VW/Audi-Autohaus Sorgler muss dicht machen

Autor Dipl.-Päd. Gerd Steiler

Kurz vor dem 50-jährigen Firmenbestehen kommt für das VW/Audi-Autohaus Sorgler das endgültige Aus. Intensive Bemühungen um eine mögliche Fortführung des Familienbetriebs blieben erfolglos.

Keinen Investor gefunden: Das insolvente VW/Audi-Autohaus Sorgler in Meinerzhagen muss endgültig schließen.
Keinen Investor gefunden: Das insolvente VW/Audi-Autohaus Sorgler in Meinerzhagen muss endgültig schließen.
(Foto: Sorgler)

Direkt vor dem 50. Jahrestag der Firmengründung am 1. April muss das VW/Audi-Autohaus Sorgler im sauerländischen Meinerzhagen endgültig schließen. Wie das lokale Nachrichtenportal „Come on.de“ am Mittwoch berichtete, muss das Familienunternehmen wegen massiver wirtschaftlicher Probleme seinen Geschäftsbetrieb zum Monatsende einstellen. „Die intensiven Bemühungen um eine Übernahmeregelung für unseren Betrieb blieben am Ende leider erfolglos“, so Geschäftsführer Jürgen Sorgler gegenüber dem Portal.

Wegen drohender Zahlungsunfähigkeit hatte die Firma Werner Sorgler & Söhne OHG am 10. Januar beim Amtsgericht Hagen die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Als vorläufigen Insolvenzverwalter setzte das Gericht Rechtsanwalt Marco Kuhlmann von der Gevelsberger Kanzlei Kreplin & Partner ein. Kuhlmann führte die Verhandlungen mit potenziellen Investoren über eine mögliche Übernahme des insolventen Autohauses Sorgler.

„Bis zuletzt hatten wir sehr darauf gehofft, dass die Bemühungen des Insolvenzverwalters erfolgreich sein würden. Wir hatten mit allen Mitarbeitern bis Ende vergangener Woche noch den Geschäftsbetrieb in vollem Umfang aufrechterhalten. Doch am Montag dieser Woche sprang der letzte aus einer Reihe von Kaufinteressenten völlig überraschend ab“, schilderte Sorgler die aktuellen Geschehnisse.

Hoffnungen bleiben unerfüllt

Die Gespräche des Insolvenzverwalters über eine Fortführung des Traditionsunternehmen als VW-Audi-Partnerbetrieb schienen zunächst durchaus erfolgversprechend zu sein. Am 6. Februar teilte Rechtsanwalt Kuhlmann in einer Presseverlautbarung noch mit, dass es nach Einleitung des Insolvenzverfahrens gemeinsam mit der Geschäftsführung gelungen sei, den Geschäftsbetrieb weiter zu stabilisieren. Nach wie vor werde an einer tragfähigen Fortführungslösung gearbeitet. Umso überraschender kam deshalb am vergangenen Montag für Mitarbeiter und Geschäftsführung des Autohauses die offizielle Mitteilung des Insolvenzverwalters, dass der Geschäftsbetrieb mit Ablauf des Monats März eingestellt werden muss und alle betroffenen Mitarbeiter ihre Kündigung erhalten.

Nach Auskunft von Geschäftsführer Jürgen Sorgler waren bis zum Schluss fast alle Mitarbeiter an Bord geblieben. Lediglich zwei hatten mittlerweile eine andere Arbeitsstelle angetreten. Für die übrigen 25 Sorgler-Mitarbeiter bedeutet das am Montag verkündete Aus für das Autohaus auch den Verlust ihres Arbeitsplatzes.

Das Autohaus Sorgler wurde im Jahr 1963 von Werner Sorgler gegründet. Fortgeführt wurde es von den Söhnen Jürgen, Peter und Ulrich Sorgler, die das Unternehmen erfolgreich durch verschiedene Krisen führten. Zwischen 1963 und 2013 bildete der Betrieb rund 100 junge Menschen zu qualifizierten Fachkräften aus. Was mit den Werkstatt- und Verkaufsräumen des VW/Audi-Autohauses Sorgler im Industriegebiet Schwenke wird, ist der derzeit noch völlig ungewiss.

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