VW/Suzuki: Kleinwagen „Up“ soll billiger werden
Die Wolfsburger wollen für die geplante Kleinwagenfamilie „Up“ möglicherweise eine Plattform ihres japanischen Neupartners nutzen. Laut „Manager Magazin“ sollen die Modelle dadurch deutlich preisgünstiger werden.
Volkswagen will laut einem Bericht des „Manager Magazins“ (Freitag) für die geplante Kleinwagenfamilie „Up“ in großem Stil Technologie seines japanischen Neupartners Suzuki einkaufen. Durch die Nutzung einer Suzuki-Plattform könnten die Kosten für die Modelle rund um den VW Up, der in Konzernkreisen bislang als „schlicht zu teuer“ gelte, um bis zu 20 gesenkt werden. Derzeit prüften die VW-Entwickler allerdings noch, ob die Technologien beider Unternehmen „kompatibel“ seien, heißt es.
Indischer Markt fest im Visier
VW hatte sich im Dezember einen 20%igen Anteil an Suzuki gesichert. Eine Aufstockung dieses Anteils scheint trotz des Unbehagens von Suzuki-Boss Osamu Suzuki (wir berichteten) nicht ausgeschlossen. Mit Hilfe des japanischen Neupartners will Volkswagen-Konzernchef Martin Winterkorn die Position von VW auf den asiatischen Schlüsselmärkten China und Indien weiter verbessern. Im Focus stehe dabei insbesondere der indische Markt, auf dem VW bislang nur relativ schwach vertreten ist.
Ein Team um den bisherigen VW-Vertriebschef Detlef Wittig diskutiert dem Bericht zufolge derzeit über 35 Kooperationsprojekte. Dabei gehe es unter anderem um gemeinsame Entwicklungen in Sachen Elektromobilität und um sparsamere Motoren für Suzuki. Dem Bericht zufolge prüfe Volkswagen derzeit zum Beispiel, wie der Konzern Suzukis indisches Vertriebsnetz nutzen kann. Für den indischen Markt wollten die VW-Entwickler zudem eine billige Plattform der Suzuki-Tochter Maruti verwenden.
Personalrochade: Achse Peking-Prag
Angesichts von Winterkorns Plänen VW bis 2018 zum „weltweit führenden Autokonzern“ machen zu wollen, habe VW-Personalvorstand Horst Neumann ein ambitioniertes Top-100-Programm aufgesetzt. Demnach wolle VW der Konkurrenz gleich 100 Führungskräfte für die höchsten Konzernebenen abjagen.
Weiter gehe in diesem Zusammenhang auch der Umbau des VW-Topmanagements. So soll China-Chef Winfried Vahland laut „Manager Magazin“ Mitte 2010 die Spitze der Volkswagen-Tochter Skoda übernehmen. Als Favorit auf seine Stelle werde in der Konzernführung Karl-Thomas Neumann gehandelt. Der ehemalige Conti-Chef kümmert sich seit Dezember konzernweit um die Entwicklung von Elektroautos.
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