Wabco-Rückruf: Drucksensoren
Der Zulieferer Wabco muss knapp 100.000 Drucksensoren austauschen, die Hälfte davon in Deutschland – unter anderem bei Daimler-Modellen. Zudem gibt es noch einen kleineren Rückruf für ein Handbremsventil.

Der Nutzfahrzeug-Zulieferer Wabco hat eine Rückrufaktion für knapp 100.000 Sensoren gestartet. „Ein von einem Drittanbieter gelieferter Drucksensor innerhalb der Komponenten von Wabcos Elektronischem Bremssystem (EBS) wurde an seiner Keramikbasis nicht korrekt verklebt. Dadurch könnte der Drucksensor nicht richtig arbeiten“, erklärte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage von »kfz-betrieb«. Mögliche Folgen wären „Über- oder Unterbremsungen“ des Fahrzeugs oder des Anhängers.
Geliefert wurden die fehlerhaften Teile ausschließlich an Nfz- und Anhänger-Hersteller. „Diese Kunden wurden bereits direkt von Wabco kontaktiert, um sie über die Seriennummern der betroffenen Teile zu informieren“, sagte der Sprecher. Etwa die Hälfte der Teile sei an Kunden in Deutschland ausgeliefert worden. Dazu zählt auch die Daimler AG. Für Mercedes-Lkw und Fahrzeuge der Tochter Evobus wurden daher parallel Rückrufe gestartet.
Betroffen sind Mercedes Actros, Antos, Arocs, Atego und Econic aus dem Bauzeitraum 13. Juni bis 12. August 2016. Die Mercedes-Busse Travego, Citaro, Conecto und Tourismo sowie die Setra-Modelle S 431 DT, S 511 HD, S 515 MD, S 515 HD, S 516 MD, S 516 HD/2, S 516 HD, S 517 HD, S 515 HDH, S 516 HDH, S 517 HDH und S 519 HD liefen im Juli und August dieses Jahres vom Band. Die genaue Anzahl der zurückbeorderten Fahrzeuge konnte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) auf Anfrage nicht nennen, da Daimler nach Aussage eines Behördensprechers die Aktion mit eigenem Adressmaterial durchführt. Das KBA überwacht den Rückruf allerdings.
In den Aftermarket wurden laut Wabco keine EBS geliefert. Anders die Situation bei einem zweiten Rückruf des Zulieferers. Hier geht es um einen beeinträchtigten Schließmechanismus im Handbremsventil. Dadurch könnte sich unter Umständen die Bremse ungewollt lösen, so dass sich das Fahrzeug aus seiner Parkposition heraus bewegen kann.
„Wabco hat bereits Mitte Juni damit begonnen, die potenziell betroffenen Kunden zu kontaktieren. Bis heute sind alle potenziell betroffenen Kunden direkt kontaktiert worden“, so der Sprecher. Insgesamt seien 9.440 Teile betroffen, gefertigt zwischen Juni 2014 und Mitte Mai 2016. Allerdings betrifft nur „ein Bruchteil davon“ Deutschland.
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