Wälzlager erobern den Motor zurück

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Im Dezember geht die erste wälzgelagerte Ausgleichswelle von INA in Serie. Gegenüber bislang üblichen, gleitgelagerten Varianten verursacht sie weniger Reibung und spart dadurch Kraftstoff.

Ab sofort liefert der Wälzlagerspezialist INA eine wälzgelagerte Leichtbau-Ausgleichswelle für den neuen Mercedes-Benz-Dieselmotor OM 651. Der 2,2-Liter-Vierzylinder mit bis zu 150 kW/204 PS Leistung und 500 Nm Drehmoment soll bei Leistung und Verbrauch neue Maßstäbe setzen – wozu auch die Ausgleichswelle ihren Teil beiträgt.

Die Wälz- statt der üblichen Gleitlagerung senkt nicht nur die Reibung und damit den Verbrauch, durch ihre Konstruktion lassen sich laut INA auch die Massen an der Welle besser verteilen. So haben die Ingenieure nach Analyse der Kräfteverhältnisse die Lagerbreite im unbelasteten Teil der Lagerstellen reduziert. Das senkte die Masse der Welle um mehr als ein Drittel und spart im neuen Mercedes-Aggregat ein Dreiviertel Kilogramm.

Durch die reduzierte Laufbahnbreite lasst sich das Lager darüber hinaus besser mit Ölnebel versorgen, sodass die Entwickler auf eine zusätzliche Druckölversorgung verzichten konnten. Die Wälzlagerung erzeugt zudem weniger Reibungswärme in den Lagerstellen, deshalb muss das Öl weniger gekühlt werden. Die Summe dieser Effekte bringt eine Kraftstoffeinsparung von etwa 0,5 bis 1 Prozent.

Spart bis ein Prozent Kraftstoff

Über die eventuellen Mehrkosten der Wälz- gegenüber der Gleitlagerung machte das Unternehmen bislang allerdings keine Angaben, ebensowenig über das höhere Laufgeräusch von Wälzlagern. Allerdings arbeitet der Schaeffler-Konzern mit den Marken INA, FAG und LuK daran, seine Produkte auch in andere Lagerstellen im Motor zu bringen: etwa an die Kurbelwelle oder den Ventiltrieb.

Was allein die wälzgelagerte Ausgleichswelle für den CO2-Ausstoß des Kraftverkehrs bedeuten würde, flächendeckende Anwendung vorausgesetzt, hat das Unternehmen schon einmal hochgerechnet: Selbst wenn nur 25 Prozent der Vierzylinder-Motoren mit der wälzgelagerten INA-Leichtbau-Ausgleichswelle (anstelle einer gleitgelagerten) ausgerüstet würden, bliebe der Umwelt eine Belastung von jährlich rund sechs Millionen Tonnen CO2 erspart.

(ID:282519)