Weitere Baden-Auto-Betriebe sind insolvent

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andree Stachowski

In Freiburg haben in den vergangenen Tagen weitere Unternehmen aus dem Konglomerat der Baden-Auto-Holding einen Insolvenzantrag gestellt. Nun geht es um den Erhalt der Vertriebsverträge.

Die Fahrzeugvertrieb GmbH, Skoda- und Suzuki-Händler in Freiburg, ist insolvent.
Die Fahrzeugvertrieb GmbH, Skoda- und Suzuki-Händler in Freiburg, ist insolvent.
(Foto: Baden-Auto)

Die finanziellen Probleme der Baden-Auto-Gruppe weiten sich aus. Nachdem mehrere rechtlich selbstständige Gesellschaften der Mehrmarkengruppe Anfang März einen Antrag auf Insolvenz gestellt hatten, sind inzwischen drei weitere Firmen aus dem Unternehmenskonglomerat zahlungsunfähig.

Wie das Amtsgericht Freiburg mitteilte, wurde am 19. März das Insolvenzverfahren über die Fahrzeugvertrieb GmbH angeordnet. Das Unternehmen mit Sitz in Freiburg handelt mit Fahrzeugen von Skoda- und Suzuki. Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin wurde Rechtsanwältin Angelika Geil bestellt.

Ebenfalls am 19. März wurde zudem das Insolvenzverfahren über die Kannenberg Automobile GmbH eröffnet, einem Servicepartner für VW und VW Nutzfahrzeuge, der zudem mit EU-Neuwagen verschiedener VW-Konzernmarken handelt. Als vorläufige Insolvenzverwalterin der Baden-Auto-Tochter bestimmte das Gericht Rechtsanwältin Ann Krüger.

Den vorläufigen Schlusspunkt setzte an diesem Donnerstag schließlich das Insolvenzverfahren über die Autohaus Kannenberg Service GmbH. In diesem Fall wurde Rechtsanwalt Tengiz Kirtadze zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt.

Als Grund für die Ausweitung der Insolvenzen gibt Rechtsanwältin Geil Haftungsverpflichtungen an. Grundsätzlich sieht sie die Chancen auf eine Weiterführung der Handelsbetriebe optimistisch. „Eine Lösung bei Skoda und Kannenberg ist nicht aus der Welt“, wird sie in der „Badischen Zeitung“ zitiert. Entsprechend plane sie die Weiterführung der Unternehmen.

Nach den neuesten Entwicklungen haben derzeit sechs verschiedene Insolvenzverwalter die Aufsicht über die verschiedenen Unternehmen der Baden-Auto-Gruppe. Sie müssen hinsichtlich der Weiterführung mit Vertretern von VW, VW Nutzfahrzeuge, Audi, Skoda und Suzuki eine Einigung erzielen. Grundsätzlich rechnet die Rechtsanwältin allerdings damit, dass „bei der Eröffnung des Insolvenzverfahren alle Lieferverträge gekündigt werden“, wie sie der „Badischen Zeitung“ sagte. Sie wolle nun versuchen, im Vorfeld des Verfahrens Sonderregelungen zu erreichen, um den Geschäftsbetrieb am Laufen zu halten.

Am 9. März hatten die Automobilvertrieb Baden Holding GmbH & Co. KG und deren Komplementärin, die Automobilvertrieb Baden Verwaltungs GmbH, sowie die Baden-Auto Vertriebs- und Service GmbH und die Baden-Auto GmbH den Antrag auf Insolvenz gestellt. Derzeit läuft der Betrieb in den betroffenen Unternehmen weiter.

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