Wellergruppe: Markentrennung statt Markenmix

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Die Wellergruppe zeichnet sich darüber hinaus durch genau festgelegte Prozesse aus. So stellt eine klare Meetingstruktur sicher, dass die Geschäftsführung, die Brandmanager und die Filialleiter immer auf dem gleichen Wissensstand sind. Beispielsweise gibt es in allen Filialen täglich Verkäuferbesprechungen, monatlich treffen sich die Brandmanager und die Filialleiter. Je viermal im Jahr finden zudem Strategiemeetings und sogenannte Brandmeetings statt.

Die Ausbildung spielt im Haus ebenfalls eine sehr wichtige Rolle: Die Ausbildungsquote beträgt rund 25 Prozent. Allein in diesem Jahr haben 118 junge Menschen ihre Lehrstelle in den verschiedenen Fachrichtungen angetreten. „Wir sehen trotz der aktuell schwierigen Marktlage in einer fundierten und strategisch ausgerichteten Nachwuchsförderung einen wichtigen Erfolgsfaktor“, betont Weller.

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Bekannt ist die Wellergruppe auch für ihre Eventkultur. Das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Mitarbeitern stärkt die Geschäftsführung beispielsweise mit der jährlichen Weller-Gala. Und während sich viele Autohäuser auf die Präsentation neuer Modelle beschränken, laden die Filialen der Wellergruppe zu Themenpartys, Eröffnungspartys und VIP-Abenden ein. Erklärtes Ziel ist, die Kunden zu begeistern.

„Nur, wenn die Kunden vollkommen zufrieden sind, hat man eine Chance, Autos gewinnbringend zu verkaufen“, ist sich Weller sicher. Dass die Kunden die Bemühungen um ihre Person wahrnehmen, zeigen die überdurchschnittlich hohen Kundenloyalitätswerte: Sie liegen je nach Filiale und Brand zwischen 70 und beachtlichen 81 Prozent in Osnabrück.

Aftersales-Geschäft ist eine sichere Bank

Obgleich die weitere Entwicklung im Automobilmarkt nur schwer vorherzusehen ist, glaubt Weller, dass Autohäuser, die ein breites Dienstleistungsspektrum anbieten, auch künftig gute Ertragschancen haben. Vor allem ein professionelles Aftersales-Geschäft sei auch in Zukunft ein sicheres Standbein.

Traditionell spielt bei der Wellergruppe auch das Gebrauchtwagengeschäft eine wichtige Rolle. Während bei einem durchschnittlichen Autohaus die Verkaufsquote Neuwagen zu Gebrauchtwagen 1 : 1 beträgt, weisen die Betriebe der Wellergruppe mindestens einen Durchschnitt von 1 : 2 auf.

„Der Betriebserfolg einer Filiale lässt sich an der Relation Neuwagen zu Gebrauchtwagen ablesen“, so Weller. „Betriebe, die ihr Gebrauchtwagenmanagement perfektionieren, erhöhen ihre Liquidität und ihre Erträge und schaffen so die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Neuwagengeschäft.“

Allen Unkenrufen zum Trotz fürchtet sich Burkhard Weller nicht vor den kommenden Jahren: „Wir haben unsere Bestände auf ein Minimum heruntergefahren und starten blitzsauber in das Jahr 2010.“ Sowohl B & K als auch Max Moritz und Auto Weller würden tiefschwarze Zahlen schreiben.

2010 Expansion in angestammten Märkten

Geplant ist, 2010 in den angestammten Marktgebieten weiter zu expandieren: „Vor allem in unserer B & K-Sparte strecken wir aktuell unsere Fühler aus“, verrät Weller.

Gleiches gilt auch für die VW-, Audi- und Skoda-Sparte Max Moritz – die jahrelang ein Sorgenkind war: „Wir haben nicht nur einen neuen Brandmanager installiert, sondern auch das komplette Management in unseren Häusern ausgetauscht und hier einen Quantensprung gemacht“, unterstreicht er. „Die Sparte bereitet mir sehr viel Freude.“

Für Auto Weller hingegen gebe es noch keine konkreten Wachstumspläne: „Bei Toyota wird sich 2010 noch einiges tun“, glaubt Weller. Wenn sich allerdings die Chance biete, einen interessanten Betrieb zu übernehmen, werde er sich diese nicht entgehen lassen. „Wir beabsichtigen nicht, unseren Titel als größter Toyota-Händler in Deutschland abzugeben.“

Noch ehrgeiziger klingen die langfristigen Wachstumsziele: Im Jahr 2015 strebt der Unternehmer mit seinen angestammten drei Sparten einen Jahresumsatz von zwei Milliarden Euro an: „Wir werden unser Wachstum deutlich beschleunigen, weil wir in den kommenden zwei bis drei Jahren mit einer verstärkten Insolvenzwelle rechnen“, erklärt Burkhard Weller.

2015, ist er sich sicher, werden die übrig gebliebenen Händler ein besseres Geschäft machen.

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