Abo-Konzept aus dem Handel Wenn Autos zum Teamgeist werden

Von Jens Rehberg 7 min Lesedauer

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Uwe Dinnebiers Auto-Abo-Ansatz könnte einer der wenigen sein, die funktionieren. Weil er ganz nah an die Zielgruppe heranfährt. Und weil Perfektionismus im Vermietgeschäft ein Schlüsselfaktor ist.

„Sport Auto Plus“ will seinen Vertragsbestand bis Ende 2025 auf 6.000 hochgeschraubt haben.(Bild:  Sport Auto Plus)
„Sport Auto Plus“ will seinen Vertragsbestand bis Ende 2025 auf 6.000 hochgeschraubt haben.
(Bild: Sport Auto Plus)

Der Anstoß zum jüngsten Projekt, mit dem Uwe Dinnebier den Kfz-Handel durcheinanderwirbeln will, liegt schon viele Jahre zurück. Der gelernte Kfz-Mechaniker pflegte stets eine Affinität zum Vereinssport, und in den persönlichen Begegnungen mit Sportlern und Vereinsfunktionären verfiel Dinnebier auch hin und wieder in seine Rolle als Autohändler. Er erinnert sich an eine solche Begegnung und an ein Geschäft, das nicht zustande kam, weil sein Gegenüber bereits Kunde bei einem Auto-Abo-Anbieter war, der sich auf den Sport-Bereich spezialisiert hatte – damals in den Nullerjahren. „Mein Gesprächspartner zeigte eine extrem hohe Loyalität – das kam tief aus dem Herzen“, erinnert sich Dinnebier. Denn der Abo-Dienstleister, der heute noch am Markt aktiv ist, beließ es nicht beim reinen Verleihgeschäft, sondern zeigte echtes Interesse für die Belange der Vereine und seiner Kunden und griff ihnen, wenn es eng wurde, über Rückvergütungen substanziell unter die Arme. Hierfür konnte ein Sportlerball genauso ein unterstützenswerter Anlass sein wie die Renovierung einer Sporthalle.

Mit einem „Car Konzept 33“ für die deutsche Hotellerie versuchte Uwe Dinnebier daraufhin, ein ähnliches Geschäftsmodell in einer anderen Branche zu etablieren – der Unternehmer, der in der Wendezeit und den Neunzigerjahren eine Autohandelsgruppe aufgebaut hatte, ist heute stolzer Besitzer zweier Hotels. „Gerade in ländlichen Gebieten brauchen die Hotelmitarbeiter in Schichtarbeit auf jeden Fall ein Auto.“ Das Projekt kam jedoch nicht über einen kritischen Punkt hinaus. „Wir kamen nicht in die Stückzahlen – kurioserweise zeigten die Hoteliers von sich aus keinerlei Interesse an dieser Möglichkeit, ihren Mitarbeitern zu Top-Konditionen Mobilität zu verschaffen“, sagt der Unternehmer heute. Und eine größere Anzahl an Abschlüssen allein über das eigene Team zu akquirieren, hätte zu lange gedauert. Dinnerbiers Vorbild im Sportbereich habe aber genau das über Jahre hinweg gemacht – „daher der Erfolg“. Der Auto-Abo-Pionier habe zu Hochzeiten über 20.000 Autos verliehen, schätzt Dinnebier. „Daran haben sie allerdings zuvor auch 25 Jahre gearbeitet.“ Später wurde das Unternehmen von einer Private-Equity-Gesellschaft gekauft. Nach Ansicht von Uwe Dinnebier entfernte sich der Anbieter nach einem gescheiterten Börsengang sukzessive von seiner Zielgruppe. Für den Unternehmer bot sich damit eine Chance, selbst im Sport-Umfeld ein eigenes Abo-Angebot zu kreieren.