Autohaus Gebhardt Wenn der Fachkräftemangel das Lebenswerk zerstört

Von Julia Mauritz 4 min Lesedauer

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Im Regensburger Traditionsautohaus Gebhardt geht Ende November nach über 100 Jahren für immer das Licht aus – nicht wegen einer finanziellen Schieflage, sondern wegen der zu starken Strahlkraft der lokal ansässigen Industrieunternehmen.

Das Regensburger Autohaus Gebhardt befindet sich in bester Lage.(Bild:  Autohaus Gebhardt)
Das Regensburger Autohaus Gebhardt befindet sich in bester Lage.
(Bild: Autohaus Gebhardt)

Warum beschließt ein wirtschaftlich gesundes Autohaus in bester Lage mit einer über 100-jährigen Geschichte und über tausend Stammkunden, für immer seine Pforten zu schließen, obwohl die kommende, vierte Generation bereits im Betrieb tätig ist? Sabine Neubauer, Geschäftsführerin des Traditionsunternehmens Gebhardt, das damit wirbt, Regensburgs ältestes Autohaus im Familienbesitz zu sein, hat auf diese Frage eine klare Antwort parat: „Weil wir schlichtweg keine qualifizierten Fachkräfte und ausbildungswilligen Nachwuchs mehr finden.“

Ende November werden Sabine Neubauer, ihr Mann Matthias Neubauer und ihre Tochter Saskia Strauß das letzte Mal das Licht in ihrem Betrieb ausmachen und sich von den bis dahin noch verbliebenen Mitarbeitern verabschieden. Leicht gemacht haben sich Sabine und Matthias Neubauer diese Entscheidung nicht, einige Male waren sie kurz davor, sie zu überdenken – schließlich sei das Autohaus ihr Leben gewesen, bemerkt Matthias Neubauer. Man habe seine Freunde hier getroffen, mit den Mitarbeitern gegrillt, und zuletzt den kleinen Enkel betreut, weil Saskia Strauß wegen des akuten Personalmangels schon kurz nach der Geburt wieder ins Autohaus zurückkehrte.