Cybersecurity
Wenn die russischen Hacker zuschlagen
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Vor zwei Jahren wurde die Flensburger Bauer-Gruppe Opfer einer professionellen Hackerbande: Sämtliche Daten und Back-ups waren verschlüsselt. Die Autohausgeschäftsführerin zahlte das Lösegeld nicht und rettete ihr Unternehmen auf abenteuerliche Weise.
Der Hackerangriff auf das Flensburger Autohaus Bauer fand an einem Samstagmorgen im Juni 2022 statt. Die Geschäftsführerin Anja Bauer frühstückte gerade, als ihr externer Dienstleister ihr verkündete: „Wir haben ein Problem, wir sind gehackt worden.“ Ein Autohausmitarbeiter konnte sich nicht am Server anmelden. Als der IT-Dienstleister daraufhin in den Betrieb fuhr, offenbarte sich die ganze Tragweite der Cyberattacke: Keiner der insgesamt 25 Server reagierte mehr. Auf dem Bildschirm war lediglich eine Textdatei abgelegt. Auf dieser stand, dass ein Hackerangriff verübt worden war, verbunden mit der Aufforderung, im Darknet auf der angegebenen Homepage die angefügte Servicenummer einzugeben. Das geforderte Lösegeld sollte in Bitcoins überwiesen werden. Das Absurde dabei: Bei Problemen mit der Überweisung stellten die Erpresser sogar einen 24-Stunden-Service in Aussicht.
Das Autohaus Bauer war Opfer einer hochprofessionellen russischen Hackerbande namens Black Basta geworden, wie die Kripo schnell ermittelte. Deren Markenzeichen ist, dass sie die Endungen sämtlicher gekaperter Daten auf .basta umändert. Die Kriminellen hatten alle Rechner infiziert, die Server verschlüsselt und sämtliche Back-ups zerstört. Bei der Analyse des Tathergangs stellte sich heraus, dass die Kriminellen vor dem eigentlichen Angriff schon Monate zuvor das Autohaus ausspioniert und jede Dateneingabe ausgewertet hatten. Die Hacker sammelten in dieser Zeit völlig unbemerkt Wissen über alle Benutzer, Zugänge, Passwörter, Back-ups und externe Speicher.
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