Schmierstoffe Wer P sagt, muss auch Q sagen

Von Steffen Dominsky 5 min Lesedauer

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Selbstverständlich haben auch wir Europäer mit ACEA ein Normverfahren für Motorenöle. Dennoch spielen auch bei uns ausländische Normen eine Rolle; allen voran die amerikanische „API“. Und genau die hat jüngst Nachwuchs bekommen.

Die neue Norm API-SQ ist strenger in Sachen Kaltviskosität. Ein Motorenöl muss bei ihr auch bei -40 Grad noch zur Ölpumpe nachflließen. (Bild:  picture alliance/dpa)
Die neue Norm API-SQ ist strenger in Sachen Kaltviskosität. Ein Motorenöl muss bei ihr auch bei -40 Grad noch zur Ölpumpe nachflließen.
(Bild: picture alliance/dpa)

Preisfrage: Welcher Buchstabe folgt im Alphabet auf P? Richtig, der Kandidat hat 100 Punkte, es ist das Q! Das sieht das American Petrol Institut, kurz API, übrigens genauso, weshalb es seiner neuesten Kreation in Sachen Norm für Schmierstoffe die entsprechende Buchstabenkombination „SQ“ verliehen hat. Sie ist, nachvollziehbar, eine Weiterentwicklung der Norm „SP“, die, nein, nicht der „SO“, sondern der „SN“/„SN Plus“ folgt. Das „O“ haben die Amerikaner genauso wie das I in ihrer mit A beginnenden Nomenklatur ausgelassen. Weshalb? Gute Frage! Derselbe Grund, weshalb man in den USA in Hochhäusern häufig die 13. Etage auslässt, wird es vermutlich nicht sein. Wie auch immer: Fakt ist, dass die API-SQ der aktuelle „State of the art“, zu Deutsch „der neueste Stand“ ist, an den sich Anbieter von Benzin-Motorölen halten können.

Doch weshalb gibt es in (un-)regelmäßigen Abständen immer wieder neue „unabhängige“ Ölnormen von Verbänden wie API, ACEA oder ILSAC, also Normen unabhängig von den zahlreichen individuellen der Fahrzeug- und Motor-/Getriebehersteller? Die simple Antwort: Weil man so auf die entsprechenden Entwicklungen in der Technik, aber auch auf auftretende Probleme reagiert. Bestes Beispiel hier ist der Vorvorgänger der neuesten API-Norm, die SN Plus. Sie hatte man 2018 ins Leben gerufen, um einer ziemlich unschönen Sache zu begegnen. Diese hört auf den Namen „Low Speed Pre Ignition“ (LSPI), zu Deutsch „Vorzündung bei niedriger Drehzahl“ – nicht zu verwechseln mit dem bekannten „Klingeln“ –, und ist ein echter Motorkiller (siehe Ausgabe 48/2019) und tritt bei turboaufgeladenen Benzin-Direkteinspritzern auf. Die SP wiederum löste die als Zwischenlösung gedachte SN Plus ab, wobei sie neben dem Schutz vor LSPI auch höhere Maßstäbe in Sachen Motorverschleiß sowie Motorsauberkeit und Oxidationsbeständigkeit definierte.