Microlino Wie der Autohandel das Nicht-Auto vertreiben soll

Von Andreas Wehner 5 min Lesedauer

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Es gibt so einige Elektro-Leichtfahrzeuge auf dem Markt. Der Microlino gehört sicher zu den schicksten und hat zuletzt ein großes Medienecho auf sich gezogen. Bestellt werden kann der Retroflitzer nur online. Dennoch spielen Autohändler beim Vertrieb eine wichtige Rolle.

Der Microlino punktet mit Retro-Charme.(Bild:  Wehner - VCG)
Der Microlino punktet mit Retro-Charme.
(Bild: Wehner - VCG)

This is not a car“ heißt es einem Video, mit dem das Schweizer Unternehmen Micro die limitierte Erstausgabe seines knuffigen Zweisitzers vorstellt. Ja, den Vergleich mit dem Auto verliert der Microlino. Zwei Personen und drei Bierkisten passen rein. Airbags? ESP? Fehlanzeige. Navi? Radio? Mediaplayer? Nein, es gibt eine Smartphone-Halterung und eine mobile Bluetooth-Box. Leistung? 17 PS. Höchstgeschwindigkeit? 90 km/h. Der Microlino ist ein Elektro-Leichtfahrzeug der Klasse L7e. Den Vertrieb hat der Privatimporteur Astara übernommen. Das Unternehmen ist außerdem mit den Marken Ssangyong (künftig KGM), Maxus, Isuzu und Silence aktiv. Astara setzt auf Onlinevertrieb in Kombination mit einem kleinen Händlernetz, das in einem Agentursystem arbeitet. Die Händler sollen Autos ausstellen, für Probefahrtmöglichkeiten sorgen und die Fahrzeuge am Ende ausliefern. Kunden müssen den Microlino in jedem Fall selbst online bestellen. Das können sie ja aber möglicherweise auch im Autohaus tun.

Anders als ursprünglich geplant soll das Microlino-Netz jetzt aus deutlich mehr als den zehn Partnern bestehen, die Astara beim offiziellen Deutschland-Start im April angekündigt hatte. „Vor allem mit Blick auf den Service ist das zu wenig“, sagt Ulrich Mehling, Geschäftsführer von Astara Mobility Deutschland. 20 Partner sind bei Microlino inzwischen am Netz. Bis zum Jahresende sollen es 40 werden. „Damit sind wir erst mal gut unterwegs. Dann schauen wir weiter“, so der Geschäftsführer. Die Investitionen halten sich laut Mehling in Grenzen. Ein Microlino-Partner muss 20 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stellen, braucht eine kleine Signalisation sowie die nötigen Systemzugänge. „Das ist alles sehr überschaubar“, sagt Mehling. Überschaubar sind allerdings auch die Verdienstmöglichkeiten. Vier Prozent Provision gibt es für die Auslieferung eines Fahrzeugs. Darüber hinaus ist nichts vorgesehen – keine Boni, keine Probefahrtvergütungen und dergleichen. Warum entscheidet sich also ein Autohändler dafür, es mit Microlino zu probieren?