Marktanalyse Wie Gewerbekunden und Vermieter den Markt nach unten ziehen

Von Andreas Grimm 1 min Lesedauer

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Der Crash des Neuwagenmarkts ist ein Stück weit hausgemacht, eine Folge des Stopps der gewerblichen E-Auto-Subventionen im Vorjahr. Doch in der Krise gibt es auch positive Entwicklungen – sogar bei den Elektroautos.

Der deutsche Automarkt schloss im Jahresvergleich um knapp ein Fünftel unter dem Niveau von 2019 ab. (Bild:  BMW)
Der deutsche Automarkt schloss im Jahresvergleich um knapp ein Fünftel unter dem Niveau von 2019 ab.
(Bild: BMW)

Dem deutschen Neuwagenmarkt fehlten im August aus allen Richtungen die Impulse. Wie aus einer Analyse der Neuwagenzahlen durch die Marktforschung Dataforce hervorgeht, hatten sich im vergangenen Monat alle Marktsegmente negativ entwickelt. Nur die Eigenzulassungen der Hersteller und Importeure blieben auf dem Niveau des Vorjahresmonats.

Mit 197.322 Neuzulassungen bewegte sich der Neuwagenmarkt zuletzt auf dem Niveau der Corona-Jahre 2021 und 2022 – wobei mehrere Effekte zu dem deutlichen Rückgang um 28 Prozent führten: Zum einen hatte der August 2024 einen Arbeitstag weniger als der Vorjahresmonat, zum anderen war der E-Auto-Markt im Vorjahr extrem aufgebläht.

Während in den letzten drei Jahren pro Monat etwa 35.000 neue BEVs auf die Straßen kamen, hatte sich der Markt im August 2023 mit 86.700 Einheiten mehr als verdoppelt, weil die Bafa-Förderung für gewerbliche Käufer zum Monatsende auslief. Die Folge war nun der scharfe Rückgang des gewerblichen Neuwagenmarkts. Die Zulassungen der Flotten- und Gewerbekunden sackten laut Dataforce im August um 39 Prozent ab.

Übrigens steht es dabei im Gewerbekundenmarkt gar nicht so schlecht um die Elektromobilität – auch wenn die Ziele von Politik und Industrie natürlich bei Weitem verfehlt werden. Aber: Im Gewerbekundenmarkt wächst der Elektroanteil Monat für Monat. „Mit 16,7 Prozent entschieden sich im August ohne die Kaufprämie genauso viele Fuhrparkbetreibende für ein Elektroauto wie Anfang 2023 mit Kaufprämie“, heißt es in der Dataforce-Analyse.

Heftiges Minus der Autovermieter

Ein weiterer Grund für den Absturz des Neuwagenmarkts im August sind die Autovermieter, die im Vergleich zum Vorjahr starke Zurückhaltung zeigen. Der Zulassungsrückgang in diesem Segment von 41 Prozent übertraf sogar noch das Gewerbekunden-Minus von 39 Prozent. Allerdings macht sich auch hier ein statistischer Sockel-Effekt bemerkbar: Im Vorjahresmonat waren die Vermieterzulassungen extrem gestiegen – der jetzige Rückgang ist damit eher eine Normalisierung. Angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds werden die Vermieter zudem ihre Fuhrparks eher zurückhaltend planen.

Der Privatmarkt mit einem Minus von 18 Prozent und der Rückgang der Eigenzulassungen um 20 Prozent nehmen sich vor dem Hintergrund der Gesamtentwicklung fast schon stabilisierend aus.

Transportersegment

Der Transportermarkt hat im August 2024 mit einem Minus von fast 22 Prozent deutlich nachgegeben. Diese Entwicklung wurde ebenfalls ausgelöst durch das Ende des Umweltbonus. Entsprechend hat Dataforce bei den Elektrozulassungen der Utilities und leichten Nutzfahrzeugen ein Minus von 85 Prozent ermittelt. Dieseltransporter wurden dagegen nur um 8 Prozent weniger zugelassen, Benziner legten sogar um 7 Prozent zu.

Bei den Verkaufskanälen fällt auf, dass die privaten Zulassungen gegen den Markttrend leicht um 1 Prozent gewachsen sind, während die gewerblichen Kanäle um 17 Prozent (Fahrzeughandel) beziehungsweise 40 Prozent (Autovermieter) rückläufig waren. Auch der Rückgang der Eigenzulassungen der Hersteller um 34 Prozent dürfte dem Förderaus für E-Fahrzeuge geschuldet gewesen sein. Die Eigenzulassungen des Handels gingen etwas unterdurchschnittlich zurück (-17 %).

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