Neuzulassungen Wie viele Antriebe wirklich alternativ sind

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 2 min Lesedauer

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Das KBA rechnet alle Hybride den alternativen Antrieben zu – ohne Vorgaben zu machen, was ein Hybrid eigentlich können muss. Die DAT hat die Neuzulassungen nun neu ausgezählt und präsentiert ein realistisches Bild der Antriebsverteilung.

Vollhybride machen gerade fünf Prozent des Neuwagenmarkts aus. Die große Mehrheit der Hybridantriebe sind Mildhybride.(Bild:  Günnel – VCG)
Vollhybride machen gerade fünf Prozent des Neuwagenmarkts aus. Die große Mehrheit der Hybridantriebe sind Mildhybride.
(Bild: Günnel – VCG)

Wenn man sich die Zulassungszahlen für den Juni anschaut, dann scheinen sich die alternativen Antriebe auf dem Siegeszug zu befinden. Der Verkauf von Benzinern ging im Juni um satte 34,6 Prozent zurück, während beispielsweise Hybride um 12,5 Prozent zulegten. Hybridantriebe (ohne PHEVs) haben im Juni sogar die reinen Benziner überholt (73.332 zu 73.015 Einheiten).

Im ersten Halbjahr haben nach der Zählung des Kraftfahrtbundesamtes die alternativen Antriebe insgesamt (Hybride, PHEV, BEV) mit 57 Prozent Marktanteil die klassischen Verbrenner (Ottomotor 28 %, Diesel 15 %) deutlich hinter sich gelassen. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit.

Denn das KBA stuft alle Hybride als „alternative Antriebe“ ein, ohne dass es irgendwelche Vorgaben dazu macht, was ein Hybrid können muss. Und so deklarieren manche Autohersteller einfach alle ihre Motoren zu Hybriden, auch wenn diese gerade einmal einen Riemen-Starter-Generator haben (sogenannte Mildhybride). Entsprechend gering ist hier der Spareffekt beim Verbrauch; auch ist ein elektrisches Fahren damit unmöglich.

Die Deutsche Automobil-Treuhand (DAT) hat sich nun die Mühe gemacht, die Neuzulassungszahlen neu zu clustern und die Mildhybride der jeweiligen Verbrennerbauart zuzuordnen. Zu den 28 Prozentpunkten Marktanteil der Benziner kommen damit noch 18 Prozentpunkte für Benziner mit Mildhybrid hinzu. Beim Diesel sind es sechs Prozentpunkte.

Der Automobilmarkt verteilt sich damit auf genau zwei Drittel Verbrenner und ein Drittel alternative Antriebe, zu denen auch fünf Prozent „echte“ Hybride (Vollhybride) gehören. Ob letzteres technisch sinnvoll ist, darüber ließe sich ebenfalls trefflich diskutieren. Denn ebenso wie Mildhybride tanken Vollhybride ausschließlich flüssigen Kraftstoff und sind nicht auf das elektrische Fahren längerer Strecken hin ausgelegt.

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