Winkler: ADAC-Werkstattnetz kommt
Das Werkstattnetz des ADAC kommt, davon ist Heinz-J. Winkler vom Landesverband NRW überzeugt. In seiner Abschiedsansprache warnte er vor der Marktmacht des Verkehrsclubs.
Der Landesverband Nordrhein-Westfalen rechnet mit einer Ausweitung des ADAC-Werkstattkonzepts. „Der Start wird vermutlich in Ballungsräumen stattfinden“, sagte Heinz-J. Winkler, Sprecher der Landesfachgruppe Freie Werkstätten, beim Servicetag des Verbandes in Iserlohn vor rund 70 Teilnehmern. Aufhalten könne man die Entwicklung nicht.
Zurzeit testet der Verkehrsclub ein Servicekonzept mit vier Pilotbetrieben, einer davon in der nordrhein-westfälischen Stadt Mönchengladbach. Ziel dieses Konzepts ist, das bestehende Pannenhilfe-Angebot um eigene Werkstattleistungen zu erweitern. Obwohl alle vier ADAC-Werkstätten gleichfalls Innungsmitglieder seien, sei es dennoch fraglich, ob eine flächendeckende Umsetzung dieses Konzeptes trotz umfangreicher Schulungen der Partnerbetriebe in Zukunft erreicht werden könne, so Winkler.
Fachgruppe unter neuer Führung
Winkler wies vor allem auf die Marktmacht des ADAC hin: Er sei seit etwa 100 Jahren aktiv und liege in der Kundengunst noch vor der Kirche: „Das bietet natürlich ein großes Potenzial.“ Es gelte nun, die Aktivitäten des Autoclubs im Auge zu behalten und das eigene Profil weiter zu schärfen. Letzteres könne zum Beispiel durch höhere Standards bei der Vergabe des Meisterschilds erreicht werden. Winkler lobte zugleich die Entwicklung der freien Servicebetriebe in NRW im laufenden Jahr.
Der Redebeitrag des 65-Jährigen war zugleich sein letzter in offizieller Funktion. Winkler hat die Ruhestandsgrenze erreicht, entsprechend wählte der Ausschuss der nordrhein-westfälischen Freien Werkstätten einen Nachfolger: Carsten Sammrei, Obermeister der Kfz-Innung Bochum, übernimmt das Amt.
Problematische Fremdwartung
Problematisch für die Freien Betriebe ist weiterhin der „Eintrag ins Serviceheft“. Fremdbetriebe sollten vorsichtig sein, das offizielle Serviceheft mit ihrem Stempel zu versehen, riet Verena Malarek, Justitiarin des LV Nordrhein-Westfalen. „Lässt der Neuwagenkäufer das Auto in einer Fremdwerkstatt warten, hat er Nachteile zu erwarten.“ An dieser Praxis habe sich trotz der Vorgaben aus Brüssel nicht geändert.
Die EU hatte eigentlich entschieden, dass Herstellergarantien auch gelten, sofern eine Werkstatt außerhalb des Herstellerservicenetzes das Fahrzeug nach entsprechenden Vorgaben wartet. Dies gelte jedoch nur im Rahmen der Neuwagengarantie, bei anderen Garantien wie Durchrostung und Lack sehe dies anders aus, konkretisierte Malarek.
In der Regel setzen Hersteller für Garantieansprüche einen lückenlosen Nachweis im Serviceheft voraus. Bei einer Fremdwartung lehnen sie meist Kulanzansprüche ab. Malarek empfahl den freien Betrieben, Kunden über den Sachverhalt aufzuklären und auch klarzustellen, dass es auf Kulanzregelungen keinen Anspruch gebe, egal wo das Fahrzeug repariert wird.
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