Winterreifen: In Zukunft nur mit Schneeflocke
Die 3PMSF-Markierung ist voraussichtlich ab 2018 die offizielle Kennzeichnung wintertauglicher Reifen. Schon heute wird sie bei vielen Qualitätsprodukten eingesetzt.

Bei winterlichen Straßenverhältnissen dürfen Autofahrer in Deutschland nur mit angepasster Bereifung auf die Straße. Doch als einzige gesetzlich festgelegte Kennzeichnung für Winterreifen galt bislang das M+S-Symbol, für das die Reifen aber keine besonderen Wintereigenschaften nachweisen mussten.
Wie die Initiative Reifenqualität mitteilt, hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BVMI) nun die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) überarbeitet und dem Bundesrat vorgelegt. Entsprechend gilt für Winterreifen bald eine verschärfte Kennzeichnungspflicht: Die „Three Peak Mountain Snow Flake“ soll ab 2018 als verbindliche Kennzeichnung für Winterreifen eingeführt werden. Das auch als „Schneeflocke“ bekannte Symbol löst damit die M+S-Kennzeichnung ab. Schon heute wird es bei vielen Produkten als Qualitätsmerkmal eingesetzt.
„Im Gegensatz zum M+S-Symbol bezieht es sich auf ein Prüfverfahren, das winterliche Witterungsbedingungen in Praxistests berücksichtigt“, so Stefan Ehl, Prüfingenieur bei der KÜS. Um die „Schneeflocke“ verwenden zu dürfen, müssen Reifenhersteller durch einen Bremstest auf Schnee die Wintertauglichkeit der Reifen bestätigen. Dabei muss das Produkt in einem festgeschriebenen Prozess mindestens 25 Prozent besser abschneiden als ein Referenzreifen. Dieser basiert zwar auf einem älteren Profil, das allerdings eine gute Schneetraktion besitzt.
Ob die Neuregelung noch in diesem Jahr in Kraft tritt, stehe noch nicht fest, teilt die Initiative Reifenqualität mit. Für die Neuregelung ist eine Übergangsfrist geplant: Winterreifen, die nur mit dem M+S-Symbol gekennzeichnet sind und deren Herstellungsdatum vor dem 1. Januar 2018 liegt, können bis zum 30. September 2024 genutzt werden.
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