Wissensmanagement in Kfz-Betrieben
In vielen Kfz-Betrieben schlummert mehr Know-how als bekannt. Volker Borchers, Obermeister Kfz-Innung Celle-Burgdorf, will es hervorholen und nutzen.

Welche Technologien muss ein Kfz-Mechatroniker beherrschen? Gibt es auch Wissensgebiete, bei denen Abstriche gemacht werden können? Kurz: Welches Wissen muss ein Kfz-Mechatroniker in Zukunft haben? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Vorstand der Kfz-Innung Celle-Burgdorf bereits seit Längerem. Nun gingen Obermeister Volker Borchers und seine Vorstandskollegen noch einen Schritt weiter. Im Rahmen einer Umfrage wollten sie wissen: Was denken die Meisterbetriebe darüber, und wie ist der Stand der Dinge?
Entscheidend für die Zukunftsfähigkeit eines Betriebs ist eine gelebte Wissenskultur, so lautet ein Kernergebnis der Umfrage. Um mit der ständigen Weiterentwicklung der Technologie Schritt zu halten, ist lebenslanges Lernen angesagt. Sonst besteht die Gefahr, den Anschluss zu verlieren.
Dies scheint noch nicht bei allen Mitarbeitern in Autohäusern und Werkstätten angekommen zu sein. So berichten Innungsbetriebe von Mitarbeitern, die noch immer davon ausgehen, dass ihr einmal gelerntes Wissen bis zum Eintritt in die Rente reicht. Sie sehen die rasante Entwicklung und die neuen Techniken eher als Bedrohung an.
Borchers forderte die Betriebe auf, die Mitarbeiter zu motivieren, am Ball zu bleiben. „Die Faszination für die Technik muss wachgehalten werden“, betont der Obermeister. Nur so könne ein Mitarbeiter auf dem neuesten Stand der technischen Entwicklung bleiben. Dafür sind beide Seiten gefragt: sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber. Ein Kfz-Mechatroniker müsse seine Defizite selbst erkennen, um dann vom Chef Vorschläge für eine Weiterbildung zu erhalten.
Nicht immer muss es sich um eine externe Schulung handeln. Auch das im Betrieb vorhandene Wissen muss genutzt und weitergegeben werden. Die Zeiten von Herrschaftswissen, um den eigenen Arbeitsplatz zu schützen, sollten längst der Vergangenheit angehören. Stattdessen bietet sich ein Lernen über die Generationen hinweg an: Ältere Mitarbeiter können ihre Erfahrungen an junge Nachwuchskräfte weitergeben, und diese unterstützen wiederum die älteren Kollegen bei der Nutzung digitaler Möglichkeiten.
Borchers blickte über das Kfz-Gewerbe hinaus und informierte sich bei anderen Branchen. Ein Ergebnis: „Erfolgreiche Firmen arbeiten zum Teil ganz ohne Hierarchie“, erläutert der Obermeister.
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