Würzburger Karosserietage: Carbon verändert Fahrzeugreparatur

Redakteur: Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Bisher war Carbon eher im Rennsport zu finden, nun entdeckt die Automobilindustrie den kohlenstoffverstärkten Kunststoff. Die Verbreitung des neuen Materials betrifft auch die Werkstätten.

In Sportfahrzeugen wie Porsche Carrera, Lamborghini und Co. und allgemein im Rennsport ist „CFK“, also der im allgemeinen Sprachgebrauch Carbon genannte kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff, bereits heute verbaut. Dieses „Nischen-Dasein“ wird der Werkstoff jedoch in Kürze verlassen, wenn die Elektro-Fahrzeuge serienmäßig den Markt erobern. BMW beispielsweise hat sein Megacity Vehicle (MCV) für spätestens 2013 angekündigt. Und auch alle anderen Fahrzeughersteller werden mit E-Mobilen kommen, denn die „Elektromobil-Ära“ ist mittlerweile politisch manifestiert.

Die Autoindustrie muss die Karosserien für elektrisch angetriebene Pkw leichter gestalten, um das Gewicht der schweren Batterien zu kompensieren. Die leichten Karosseriebau-Materialien heißen „CFK“, Aluminium, Magnesium. Für den Einsatz von „CFK“ wird man zwangsläufig auf die Erfahrungen aus den bisher bekannten Anwendungen im Rennsport zurückgreifen. Jeder kennt die Situation der Unfälle aus der Formel 1, wenn die Fahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit kollidieren und die Fahrer nahezu unverletzt aus den Resten des Cockpits aussteigen.

Es drängen sich einige Fragen auf, deren Antworten für den Einsatz als Karosseriebaumaterial und für den Reparaturbetrieb sehr wichtig sind, so z.B.:

  • Wodurch erhält das „CFK“-Material sein nahezu optimales Crashverhalten?
  • Welche Auswirkungen auf die Reparatur haben leichte Schäden?
  • Lässt sich an Carbon überhaupt etwas reparieren, oder gibt es nur den Neuersatz?
  • Was wird der Instandsetzungsbetrieb lernen müssen?

Reparaturverfahren in der Praxis

Diesen Fragen geht die Firma Hünefeld NDT-Technologie während des Werkstatt-Tags der Würzburger Karosserietage nach, den das Fachmagazin »kfz-betrieb« am 18. Juni gemeinsam mit den Partnern Carbon, Carisma und Dekra veranstaltet. Das Hünefeld NDT verdeutlich auf der Basis eigener Erfahrungen mit dem Werkstoff die Gegenwart der Prüfungen von CFK-Karosseriebauteilen und deren Reparatur-Möglichkeiten.

Beispiele aus der Arbeit für ABT Sportsline, Audi Sport, Porsche usw. geben einen guten Überblick, welche Prüfungen an diesen Bauteilen vorgenommen werden müssen, um den Schadbereich sicher zu diagnostizieren. „Thermographie“ und „Ultraschall-Prüfung“ gehören zu den Schlagworten. Danach lässt sich die Zuordnung möglicher Reparaturwege wie z.B. nach dem Ablösen von Kohlefaser-Lagen (Delaminationen) vornehmen.

Diskussion und Fachausstellung

Darüber hinaus ist eine spannende Diskussion darüber zu erwarten, wie weit sich die dargestellten Vorgehensweisen auf Fahrzeuge mit CFK-Karosserien übertragen lassen, die künftig in großen Stückzahlen hergestellt werden sollen.

K&L-Betriebe, die mehr über den Karosseriewerkstoff Carbon erfahren wollen, können sich über silke.hussy@vogel.de oder unter www.kfz-betrieb.de/wuerzburger-karosserietage anmelden. Dort gibt es auch das komplette Programm des Werkstatt-Tags.

Flankiert wird der Werkstatt-Tag von einer umfassenden begleitenden Fachausstellung, in der langjährige Partner der Kfz-Branche ihre Produkte für die Werkstätten vorführen und erläutern. Bisher sind mit einem Stand vertreten (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Adolf Würth GmbH
  • Carbon GmbH
  • Car-O-Liner Deutschland GmbH
  • Celette Vertriebs-GmbH
  • ControlExpert
  • DAT Deutsche Automobil
  • DEKRA
  • GYS GmbH
  • Kamatec GmbH
  • Keller Profi-Lack GmbH
  • KSR EDV-Ingenieurbüro
  • Mirka Schleifmittel
  • Nexa Autocolor
  • PilzSoft
  • Spies Hecker GmbH
  • Universal Consulting Software GmbH (mit ihrem Produkt C@risma)
  • Wolf Anlagen-Technik

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