226412,200593,186039 Zahlreiche Chancen trotz Krise
Die Landesverbände der neuen Bundesländer haben den 1. Mitteldeutschen Autotag in Leipzig veranstaltet. Dabei wurde klar: Trotz Wirtschaftskrise gibt es für Kfz-Betriebe zahlreiche Chancen.
Unter dem Motto „Mit neuen Impulsen kraftvoll durch die Krise“ stand der 1. Mitteldeutsche Autotag, zu dem die Landesverbände der neuen Bundesländer am Dienstag nach Leipzig eingeladen hatten. Rund 170 Teilnehmer kamen zum Leipziger Branchentreffen. Dabei richtete sich der Blick nicht nur auf die aktuellen wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen, sondern vor allem auch auf die Chancen in diesem Umfeld.
Kritik an Brüsseler GVO-Reformplänen
GVO-Spezialist Prof. Dr. Christian Genzow, Rechtsanwalt bei der Kölner Kanzlei Graf von Westphalen, kritisiert die Brüsseler Pläne zur Reform der Gruppenfreistellungs-Verordnung (GVO). „Ich bezweifle, dass die EU-Wettbewerbskommission ihre Hausaufgaben erfüllt hat.“ Statt einer Regelung werde es künftig deren vier geben, so Genzow. Dies sei eine Regelungsvielfalt, die zu Missverständnissen führe, weil die einzelnen Regelungen nicht entsprechend zusammenpassten.
Auch der Markt bietet derzeit wenig Erfreuliches: Sowohl im Neu- und Gebrauchtwagen- als auch im Servicemarkt zeigt der Trend nach unten. „Der schwache Trend von 2008 wird sich nun wieder fortsetzen“, sagte ZDK-Geschäftsführerin Antje Woltermann. Nun könnten die negativen Prognosen von damals tatsächlich eintreffen - verstärkt durch den von der Umweltprämie ausgelösten Vorzieheffekt.
Betriebe müssen handeln
Zwar habe die Umweltprämie die schwierige Situation der Betriebe für gewisse Zeit abfedern können. Negativ vermerkte Woltermann dabei allerdings, dass bei einer Absatzsteigerung von rund 20 Prozent der Umsatz lediglich um fünf Prozent gestiegen sei. „Für viele Betriebe war es schwierig Speck anzusetzen“, betonte die ZDK-Betriebswirtschaftsspezialistin.
Handlungsbedarf sieht Woltermann vor allem auf drei Ebenen. Zuallerserst müsse die Hersteller-Händler-Beziehung komplett neu aufgestellt werden: „Wir brauchen nicht hier ein Schräubchen und dort ein Schräubchen – wir brauchen ein richtig neues Konzept.“ Zudem hätten zahlreiche Betriebe erheblichen Nachholbedarf in der Zusammenarbeit mit ihrer Bank. Als dritten Aspekt sieht Woltermann die Umsetzung unternehmensinterner Aktivitäten.
Die „Kunst“ der Kundenbindung
Dabei spielt auch die Kundenbindungen eine wesentliche Rolle. „Raus aus dem Durchschnitt, hin zu Leistungen, die den Kunden wirklich begeistern“, empfiehlt Eugen Erni, Trainingsspezialist beim Schmierstoffhersteller Fuchs Europe. Man müsse dem Kunden mehr und anderes bieten als die Konkurrenz und ihn damit überraschen. „Kundenbindung funktioniert letztlich emotional“, so Erni.
Dabei ist klar, dass nur zufriedene Kunden regelmäßig wieder kommen. „Die Häufigkeit der Kundenkontakte entscheidet über die Zukunft des Autohauses“, so Axel Berger, Vorstandsvorsitzender der CG Car-Garantie. Dabei reiche es nicht, nur auf ein einziges Mittel der Kundenbindung zu setzen. „Man muss sich dies eher als Mosaik vorstellen: Wer am meisten Steine auf dem Bild hat, hat am Ende die Nase vorn“, sagte Berger. Ein Aspekt dabei sei die Gebrauchtwagengarantie. Eine weitere Möglichkeit zur Kundenbindung stelle der Versicherungsverkauf dar, so Günter Rosenbauer, Leiter Vertrieb Autohaus bei der Nürnberger Garanta.
Service-Konzept „Autoglas Plus“
Mit „Autoglas Plus“ bieten ZDK und TAK ihren Mitgliedsbetrieben ein neues, hochinteressantes Service-Konzept. „Der Kunde muss an uns Denken, wenn der Stein geflogen kommt“, so „Autoglas Plus“-Spezialist Georg Hensch. Für 89 Euro im Jahr können Innungsmitglieder das Konzept nutzen. Durchschnittlich liege der Umsatz bei der Reparatur einer Windschutzscheibe bei 90 Euro, bei Austausch sei der Durchschnittsumsatz 450 Euro, erläuterte Jens Nietzschmann, stellvertretender Geschäftsführer von DAT Deutschland.
Seit kurzem ist das Unternehmen als Technologiepartner bei „Autoglas Plus“ mit an Bord. Damit haben die Anwender direkten Zugriff auf das Silver-DAT-Kalkulationssystem als Web-Applikation. Durch diese Online-Anbindung kann der Autohaus-Nutzer die so erzeugten elektronischen Daten via DAT-Net direkt an die Versicherer übersenden.
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