ZDK-Ehrenpräsident Fritz Haberl ist tot
Der Kfz-Unternehmer und langjährige Präsident des Zentralverbands Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Fritz Haberl gilt als Gründervater der Branchenorganisation in ihrer heutigen Form.

Fritz Haberl ist am Donnerstag, 14. Juni, in München verstorben. Der langjährige Präsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) und Ehrenpräsident des Verbandes wurde 79 Jahre alt. „Mit Fritz Haberl verliert das Kfz-Gewerbe eine prägende Persönlichkeit, die die Interessen der Kfz-Unternehmer auf nationaler und internationaler Ebene mit hohem Engagement und Durchsetzungsvermögen vertrat und das Verbandsschiff mit Weitblick und strategischem Geschick durch zwölf ereignisreiche Jahre gesteuert hat“, würdigte der derzeitige ZDK-Präsident Robert Rademacher während der ZDK-Mitgliederversammlung in Warnemünde die Verdienste des Verstorbenen.
Haberl war die meiste Zeit seiner fünfzigjährigen Karriere als Kfz-Unternehmer zugleich ehrenamtlich national und international für das Kfz-Gewerbe tätig (siehe unten „Ergänzendes zum Thema“). Beides war ihm eine Herzensangelegenheit. 1960, mit 27 Jahren, stieß er als Geschäftsführer des elterlichen Unternehmens, der Münchener Mahag, zum Automobilhandel. Nach einem Aufenthalt in den USA habe er „mit vielen Flausen im Kopf“ die Strukturen im Unternehmen in Frage gestellt und umgekrempelt, hatte er vor fünf Jahren im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE« rückblickend berichtet.
Diese Veränderungen hätten ihm zugleich Freiräume geschaffen, um ehrenamtlich tätig zu werden. Neben zahlreichen Aktivitäten für das heimische bayerische Kfz-Gewerbe war sein Hauptanliegen „das Ungleichgewicht zu beseitigen zwischen den mächtigen Herstellern und den schwachen Händlern, die noch dazu unsolidarischen waren. Ich wollte durch eine Veränderung in der Verbandsstruktur dem Kfz-Gewerbe zu mehr Gewicht verhelfen“, beschrieb Haberl seine Motivation.
Dieses Ziel verfolgte er unnachlässig in seiner Zeit als ZDK-Präsident von 1978 bis 1990 und als Mitbegründer des europäischen Händlerverbands Cecra (Comité Européen du Commerce et de la Réparation Automobile) 1983 in Brüssel, dem er als Vizepräsident (1983-1995) und Präsident (1995-1997) diente (Im Video: Fritz Haberl zum 100-jährigen Bestehen des ZDK).
Sein größter Verdienst als oberster Vertreter des Kfz-Gewerbes ist dabei 1978 die Vereinigung der lange eigenständigen Verbände von Kfz-Handel und Handwerk zum ZDK gewesen. Eine Zäsur, die er selbst als entscheidenden Schritt für das deutsche Kfz-Gewerbe bezeichnete. Mit der Fusion konnte er zugleich die Gründung eines weiteren Verbands großer Autohändler verhindern, der sich damals abzeichnete und wohl zu einer Schwächung der Interessenvertretung des Gesamtgewebes geführt hätte. Eine weitere Vereinigung, die des Kfz-Gewerbes in Ost- und Westdeutschland, setzte 1990 den Schlusspunkt seiner ereignisreichen Präsidentschaft.
Während all der Jahre im Dienste des Kfz-Gewerbes blieb Haberl zugleich in seinem Unternehmen aktiv, zuletzt bis ins Jahr 2000 noch als Aufsichtsratsvorsitzender der Mahag. Auf die Frage, wie er die vielen Termine koordinierte, bezeichnete er sich als Pünktlichkeitsfanatiker. Außerdem habe er sich nie für irgendein Amt beworben, sondern sei in die Positionen hineingeredet worden. „Und wenn Sie hineingeredet werden, kann man es sich erlauben, dass sich die anderen nach Ihrem Terminkalender richten“, sagte Haberl.
Das Kfz-Gewerbe verneige sich in Trauer, aber auch mit großer Dankbarkeit vor der Lebensleistung dieses außergewöhnlichen Menschen und Unternehmers, heißt es in einer Mitteilung des ZDK zum Tode Haberls, der seit 1990 Ehrenpräsident des Verbands war. Fritz Haberl hinterlässt seine Ehefrau Ute, zwei Kinder und Enkelkinder.
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