ZDK: Eigens für Young- und Oldtimer

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Ein neu gegründeter Ausschuss kümmert sich innerhalb des Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe künftig um das Thema rollendes Kulturgut.

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Mit einem eigenen Servicemobil ist der ZDK bei diversen Oldtimerveranstaltungen mit von der Partie.
Mit einem eigenen Servicemobil ist der ZDK bei diversen Oldtimerveranstaltungen mit von der Partie.
(Bild: Promotor)

Fachwissen und Fähigkeiten erhalten: Das ist eine Aufgabe des neu gebildeten ZDK-Ausschusses für Old- und Youngtimer. Eines der Kernziele, die die Fachleute auf der konstituierenden Sitzung am 25. Oktober in Bonn definiert haben, ist es, die notwendigen Voraussetzungen für einen eigenen Ausbildungsberuf für Old- und Youngtimertechnik zu schaffen. „Damit möchten wir dazu beitragen, dem Fachkräftemangel heute und erst recht künftig zu begegnen“, so die beiden Ausschussvorsitzenden Andrea Zeus (ZDK) und Matthias Kemmer (TAK).

Das von 2009 bis 2016 durchgeführte Branchenmodell der Zusatzqualifikation „Kfz-Mechatroniker für Old- und Youngtimertechnik“ brachte in diesem Zeitraum an acht Standorten rund 200 erfolgreiche Absolventen hervor. Vor allem wegen steigender Zeit- und Kostenbudgets konnte dieser Weg leider nicht fortgeführt werden. In die Bresche gesprungen ist die Akademie Deutsches Kfz-Gewerbe (TAK) in Bonn mit der Weiterbildung zum „Servicespezialisten Oldtimer und Youngtimer“. Sie fungiert als Brücken- bzw. Basisqualifikation für all jene, die sich speziell im Segment der Youngtimer qualifizieren und ein entsprechendes Geschäftsfeld aufbauen möchten.

Mehr als eine Million Oldtimer in Deutschland

Dass sich ein Engagement im Bereich Young- und Oldtimer rechnen kann, belegen die Ergebnisse einer Studie der Unternehmensberatung BBE, die 2013 erstmals veröffentlicht und seitdem mehrmals aktualisiert wurde. So seien in Deutschland aktuell rund 600.000 historische Fahrzeuge mit H-Kennzeichen gemeldet sowie rund 220.000 Old- und Youngtimer mit Saisonkennzeichen unterwegs. Darüber hinaus gebe es mindestens eine ähnlich hohe Zahl historischer Fahrzeuge in Sammlungen und Ausstellungen, die ebenfalls der Wartung und Pflege bedürfen. Hinzu kommen mehrere Millionen Fahrzeuge, die auf dem Sprung zum „echten“ Oldtimer sind.

Bereits seit 2006 kümmert sich der ZDK um das Themenfeld „rollendes Kulturgut“. Seit Juli 2009 werden Fachbetriebe für historische Fahrzeuge von rund 60 Sachkundigen in den Kfz-Innungen zertifiziert. Inzwischen führen über 660 Kfz-Betriebe dieses Zusatzzeichen zum Meisterschild, das als Qualitätsausweis gegenüber den Kunden dient. Die Kommunikation über diese Qualifizierung sowohl nach innen als auch nach außen sollte nach einhelliger Meinung im Ausschuss verstärkt werden, etwa durch einen neu gestalteten Internetauftritt. Die bisher erfolgreichen ZDK-Aktivitäten auf Messen und bei Oldtimerrallyes sowie der alle zwei Jahre stattfindende Fachkongress sollen beibehalten werden.

Wichtig ist auch die Mitarbeit im Parlamentskreis „Automobiles Kulturgut“ im Deutschen Bundestag. Hier geht es laut Andrea Zeus unter anderem darum, die Verkehrsfähigkeit der Old- und Youngtimer in einer zukünftig voll digitalisierten und vernetzten Straßenverkehrsumgebung sicherzustellen.

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