ZDK eröffnet Büro in Brüssel
Rund 80 Prozent der Entscheidungen, die das Kfz-Gewerbe betreffen, entstehen in Brüssel. Deshalb unterhält der ZDK dort nun ein Büro, um besser auf die Politik einwirken zu können.

Der ZDK hat nun einen eigenen Sitz in Brüssel. Das Büro im Haus der europäischen Wirtschaft ist in fußläufiger Nähe zu EU-Kommission und EU-Parlament. Zugleich liegt die Zweigstelle direkt neben der ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland.
„Wir sind der Meinung, dass ein Verband wie der ZDK eine eigene Adresse in Brüssel braucht“, sagte ZDK-Ehrenpräsident Robert Rademacher im Rahmen einer kleinen Eröffnungsfeier. Neben Mitgliedern des ZDK-Vorstandes gehörten Vertreter aus Politik, Verbänden und Medien zu den geladenen Gästen.
Der zunehmende Einfluss europäischer Politik auf die deutsche Kfz-Branche habe den Schritt notwendig gemacht, direkt am Puls des Geschehens zu agieren. Immer mehr Entscheidungen würden in Brüssel getroffen. „Waren es früher etwa 60 Prozent der Entscheidungen, sind es mittlerweile mehr als 80 Prozent“, erläuterte Rademacher die Bedeutung. Für den ZDK sei es wichtig, am Ort der Entscheidungen zu sein.
Wie in Berlin residiert der ZDK auch in Brüssel in den Räumlichkeiten des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Dieser freute sich über die weitere starke Stimme, die mit dem ZDK nach Brüssel kommt. „Es ist ein gutes Zeichen für das Handwerk und für den Mittelstand“, lobte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke.
Zugleich sieht Schwannecke die Büroeröffnung als ein Zeichen für Europa. „Vieles dreht sich in Europa um den Mittelstand“, betonte Schwannecke. Allen EU-Kommissaren gelte er als stabilisierender Faktor der Wirtschaft. „Wir müssen die offene Tür, die uns geboten wird, nutzen.“ Das ist aus Sicht des ZDH-Generalsekretärs nur möglich, wenn man vor Ort ist und weiß wie in Brüssel Politik gemacht wird. „Es ist unglaublich wichtig, dass wir als Handwerk und Mittelstand in Brüssel unterwegs sind.“
Zwei Funktionen soll das ZDK-Büro künftig übernehmen: Zum einen gilt es, frühzeitig Informationen über aktuelle EU-Politikfelder und neue Gesetzgebungsvorhaben zu erhalten. Dann könne man die Interessen der deutschen Kfz-Unternehmen bestmöglich vertreten, so der Verband. Dies beeinflusse nicht zuletzt den Erfolg der Verbandsarbeit in Berlin. Zum anderen werden ZDK-Repräsentanten Ansprechpartner für die Abgeordneten des Europäischen Parlaments und die Mitarbeiter der EU-Kommission sein.
Der ZDK ist auf europäischer Ebene über die Mitgliedschaft im europäischen Dachverband Cecra seit jeher vertreten. Auch über seine Verbindungen zum Zentralverband des Handwerks ZDH in Brüssel gestaltet er europäische Themen mit. Aber veränderte Rahmenbedingungen erforderten, die Arbeit vor Ort weiter auszubauen, betonte Rademacher in seiner Ansprache. Europäische Vorgaben bestimmen immer mehr die Gesetzgebung in den Mitgliedstaaten. Der ZDK geht bei den für das Kfz-Gewerbe relevanten Themen heute von einem Anteil von knapp 80 Prozent der Verfahren aus. Auch das veränderte Wettbewerbsrecht seit Wegfall der EU-weiten Kfz-Gruppenfreistellungsverordnung verlange, deutsche und europäische Arbeit stärker zu verzahnen.
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