Autogipfel im Bundeskanzleramt ZDK fordert stabile Bedingungen für E-Mobilität

Von Doris S. Pfaff 3 min Lesedauer

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Zum Autogipfel an diesem Donnerstag stellt der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) klare Forderungen an die Bundesregierung. Auch der neu gegründete Verband der Automobilhändler Deutschlands (VAD) meldet sich zu Wort

Um E-Autos für Kunden attraktiver zu machen, braucht es bessere Rahmenbedingungen, darunter günstigere Ladestrompreise, mehr Lademöglichkeiten und kostengünstigere E-Autos, fordert der ZDK. Auch für gebrauchte E-Autos braucht es Änderungen.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Um E-Autos für Kunden attraktiver zu machen, braucht es bessere Rahmenbedingungen, darunter günstigere Ladestrompreise, mehr Lademöglichkeiten und kostengünstigere E-Autos, fordert der ZDK. Auch für gebrauchte E-Autos braucht es Änderungen.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Beim von Bundeskanzler Friedrich Merz einberufenen Treffen mit Autoherstellern und Branchenverbänden geht es um Hilfen für die kriselnde Autoindustrie. Im Mittelpunkt stehen die Elektromobilität und das von der EU beschlossene Verbrenner-Aus. Geplant ist unter anderem, die Kfz-Steuerbefreiung für E-Autos zu verlängern.

In einem Schreiben an den Bundeskanzler appelliert die ZDK im Vorfeld des Autogipfels, den Strukturwandel der Branche aktiv zu unterstützen – und dabei alle Akteure der Wertschöpfungskette einzubeziehen. Nicht nur Industrie und Zulieferer, sondern auch die 40.000 Autohäuser und Kfz-Werkstätten mit ihren rund 470.000 Beschäftigten sichern täglich Mobilität und müssten Teil zukunftsfähiger Lösungen sein.

„Ohne Werkstätten, Autohäuser und den direkten Draht zum Kunden bleibt der Mobilitätswandel Stückwerk“, mahnte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. Entscheidend für den Erfolg der E-Mobilität sei das Vertrauen der Kunden, wofür verlässliche Rahmenbedingungen für Betriebe und Verbraucher gleichermaßen nötig seien.

Der ZDK kritisiert, dass er als zentrale Stimme des automobilen Mittelstands und Vertreters von Verbraucherinteressen erneut nicht zum Autogipfel ins Kanzleramt eingeladen wurde – obwohl das Gewerbe eine tragende Rolle für individuelle Mobilität spielt. Die Teilnahme an diesen Spitzentreffen fordert der Verband seit Jahren, bisher jedoch ohne Erfolg.

6-Punkte-Plan für erfolgreiche Transformation

Seinem Schreiben beigefügt hat der ZDK seinen 6-Punkte-Plan (am Ende dieses Beitrags als Download angehängt), der eine Mobilitätspolitik einfordert, die sich an der Lebensrealität der Menschen orientiere. Neben verlässlichen Rahmenbedingungen, brauche es bezahlbare Mobilität und einen technologieoffenen Weg zur Klimaneutralität.

Neben batterieelektrischen Fahrzeugen sollen moderne Hybride, effiziente Verbrenner mit CO₂-neutralen Kraftstoffen sowie Wasserstoffantriebe gefördert werden. Außerdem benötigen Sie einen funktionierenden Gebrauchtwagenmarkt für E-Fahrzeuge, zertifizierte Batterietests, transparente Ladepreise und gezielte Schulungen für Batteriereparaturen.

Der Verband fordert eine Verlängerung der Kfz-Steuerbefreiung bis mindestens 2035, eine erhöhte Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer, steuerliche Vorteile für Privatkäufer sowie kommunale Anreize wie künstliches Parken.

Ladestrompreise senken statt Kaufprämien

Hohe Strompreise erschrecken aus Sicht des ZDK vor allen Privatkunden ab. Gefordert werden niedrigere Netzentgelte und Stromsteuern für Ladestrom sowie klare Preisangaben an Ladesäulen. Finanzielle Anreize könnten laut ZDK in Form von 1.000-Euro-Ladegutscheinen erfolgen, hälftig von Energieversorgern finanziert, für neue und gebrauchte E-Fahrzeuge. Kaufprämien lehnten der Verband ab.

Das bidirektionale Laden müsse rechtlich ermöglicht werden, so Peckruhn: „Es kann einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität und zur Energiewende leisten – wenn die nötigen Rahmenbedingungen jetzt geschaffen werden.“ Neue Pflichtquoten für E-Fahrzeuge bei Firmen- und Vermieterflotten sieht der ZDK kritisch.

„Wer den Wandel will, muss ihn auch ermöglichen – bezahlbar, praktisch und ohne ideologische Scheuklappen“, betont Peckruhn.

VAD: Kurskorrektur und Dreifachstrategie

Auch der Verband der Automobilhändler Deutschlands fordert eine Kurskorrektur. In seinem Schreiben an den Bundeskanzler plädiert der VAD für eine gemeinsame Anstrengung von Industrie, Handel und Politik in Brüssel, um Arbeitsplätze in Industrie und Handel zu sichern.

Die vorgeschlagene Dreifachstrategie beinhaltet:

  • Rücknahme des Verbrennerverbots
  • Ernsthafte Förderung von E-Fuels
  • Verbesserung der Rahmenbedingungen für Elektromobilität, etwa durch transparente und günstige Strompreise an Ladesäulen sowie Ausbau der Schnelllade-Infrastruktur

Zudem muss die Digitalisierung vorangetrieben und ein gebündeltes Informationsangebot zur Elektromobilität geschaffen werden, um Verbraucherbedenken auszuräumen. Neue Kaufprämien oder staatliche Bonusprogramme lehnt der VAD ebenfalls ab.

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