Bilanz der neuen Bundesregierung ZDK sieht nach 100 Tagen viele Baustellen

Von Nick Luhmann 2 min Lesedauer

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Erwartungen geweckt, aber noch nicht erfüllt: Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zieht nach 100 Tagen der neuen Bundesregierung eine gemischte Bilanz. Vieles habe die neue Regierung unter Friedrich Merz versprochen, aber bislang nicht eingelöst.

Sieht noch viel Luft nach oben: ZDK-Präsident Thomas Peckruhn zieht eine kritische Bilanz für die ersten 100 Tage der neuen Bundesregierung.(Bild:  Bildschön)
Sieht noch viel Luft nach oben: ZDK-Präsident Thomas Peckruhn zieht eine kritische Bilanz für die ersten 100 Tage der neuen Bundesregierung.
(Bild: Bildschön)

„Zwar wurden wichtige Reformvorhaben angekündigt und erste Maßnahmen eingeleitet, doch bleiben zentrale Erwartungen des mittelständischen Kfz-Gewerbes bislang unerfüllt”, sagt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. Besonders schmerzlich sei die versprochene spürbare Steuerentlastung für kleine und mittlere Betriebe, die weiterhin auf sich warten lasse, ebenso die Förderung der Elektromobilität.

Schnelles Umsetzen guter Vorsätze notwendig

Der ZDK begrüßt grundsätzlich die im Koalitionsvertrag angekündigten Maßnahmen zum Bürokratieabbau, zur Einführung von Sonderabschreibungen und zur Senkung der Energiekosten. Diese Kernforderungen des Verbandes haben das Potenzial, die rund 40.000 Kfz-Betriebe mit ihren 468.000 Beschäftigten spürbar zu entlasten und zu stärken – vorausgesetzt, sie werden zügig und praxisnah umgesetzt. „Das sind wichtige Signale, aber unsere Betriebe brauchen mehr als gute Vorsätze. Die wirtschaftliche Lage ist angespannt, und der Mittelstand braucht jetzt konkrete Entlastung und nicht erst in drei Jahren“, mahnt Peckruhn.

Steuerentlastung: Mittelstand bleibt außen vor

Besonders kritisch bewertet der ZDK die steuerpolitischen Entscheidungen der neuen Bundesregierung. Die geplante Absenkung der Körperschaftsteuer ab 2028 helfe den zahlreichen als Personengesellschaften geführten Familienbetrieben nicht, weil diese steuerlich anders behandelt werden als Kapitalgesellschaften. Auch die im Koalitionsvertrag angekündigte sofortige Senkung der Stromsteuer auf das EU-Mindestmaß für alle Unternehmen wurde nicht umgesetzt. Das Kfz-Gewerbe bleibe von der Entlastung ausgenommen, obwohl für Werkstätten und Autohäuser hohe Energiekosten zu den hohen Kostenfaktoren zählten. „Die Abgabenlast erdrückt viele Betriebe. Eine Abschaffung des Solidaritätszuschlags oder eine echte Stromsteuersenkung für alle wäre ein klares und sofort wirksames Signal gewesen”, bedauert der ZDK-Präsident. „Stattdessen erleben wir ein ‚Weiter so‘.“

Elektromobilität: Viele Ankündigungen, wenig Wirkung

Die Bundesregierung will den Hochlauf der Elektromobilität mit steuerlichen Investitionsanreizen fördern, setze laut ZDK dabei jedoch zu einseitig auf gewerbliche Käufe und lasse das Leasinggeschäft sowie den Privatmarkt weitgehend außen vor. Kaufanreize für private E-Auto-Käufer fehlten ebenso wie bezahlbarer Ladestrom – ein entscheidender Faktor für die Alltagstauglichkeit. Peckruhn kritisiert: „Wer es mit der Mobilitätswende ernst meint, muss auch den Privatmarkt im Blick haben. Ladestrom sollte sowohl steuerlich als auch durch Senkung der Netzentgelte begünstigt und die öffentliche Ladeinfrastruktur gefördert werden, und zwar für alle Kunden. Andernfalls bleibt Elektromobilität für viele Menschen finanziell unattraktiv.“

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