ZKF: Branche trifft sich in Offenbach

Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Der 61. Branchentreff des ZKF beleuchtete die Situation der Karosserie-Betriebe unter den Vorzeichen der Krise im Automobilgewerbe.

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Der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) hat auf seinem 61. Verbandstag am 8. und 9. Mai auf die globale Wirtschaftskrise reagiert. Obwohl die Karosseriebau insgesamt noch mit einem „blauen Auge“ davongekommen sei, so ZKF-Präsident Friedrich Nagel, müsse jeder Betrieb Konzepte für die Zukunft eingehend planen.

„Die weltweite Wirtschaftskrise ist auch am Karosserie- und Fahrzeugbauerhandwerk nicht spurlos vorüber gegangen“, sagte Nagel vor fast 500 Teilnehmer. In seiner Grundsatzrede führte der ZKF-Präsident aus, dass das herstellende Karosserie- und Fahrzeugbauerhandwerk aufgrund seines Schwerpunkts auf der Einzelfertigung nach individuellem Kundenwunsch die Krise weniger heftig zu spüren bekommen habe als andere Handwerkssparten.

Eingehende Analyse der Zukunft

Bei den reparierenden Karosserie- und Lackierfachbetrieben mit Schwerpunkt Unfallinstandsetzung habe zudem weniger die Konjunkturkrise für Eintrübungen gesorgt, sondern das Verhalten von manchen Versicherungen, die immer stärker versuchten, auf die Werkstattpreise Einfluss zu nehmen.

In diesem Zusammenhang empfahl Nagel den Betrieben, sich intensiv mit der Zukunft zu beschäftigen und festzulegen, welchen Weg man einschlagen wolle. Während größere Betrieb häufig zum Komplettanbieter für Karosserieinstandsetzungen und -lackierungen einschließlich Mechanik, Elektrik und Elektronik würden, fänden andere eher in Nischen ihre wirtschaftliche Zukunft. Aufgrund des hohen Anteils an Kleinschäden bliebe genügend Arbeit für die Betriebe, erklärte Nagel.

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Ehrungen für jahrelangen Einsatz

Im Anschluss an seine Grundsatzrede ehrte Nagel, der selbst erst vor kurzem seinen 60. Geburtstag feierte, drei Obermeister für ihre Verdienste und Leistungen im Verband mit der goldenen Ehrennadel:

  • Erich Dohmann, der seit vielen Jahren Meisterbeisitzer, Mitglied im Meisterprüfungsausschuss, Mitglied im Vorstand der Kreishandwerkerschaft, Mitglied der Vollversammlung der Handwerkskammer usw. ist.
  • Wilhelm Oschwald, der seit über 30 Jahren für das Handwerk tätig ist, unter anderem 15 Jahre als Obermeister. Heute ist er Ehrenobermeister immer noch Mitglied der Vollversammlung der Handwerkskammer Wiesbaden.
  • Klaus Richter, bemüht sich seit vielen Jahren um die Ausbildung nicht nur im eigenen Betrieb, ist seit vielen Jahre Lehrlingswart und Mitglied im Berufsausbildungsausschuss.

Am Freitag sorgten Fachvorträge für neue Anregungen in der Betriebsführung. Annette Theil-Deininger, Geschäftsführerin der Bürgschaftsbank Thüringen, sprach über die Möglichkeiten der Finanzierung und Bürgschaften. Das mentale Fitness-Training in turbulenten Zeiten beleuchtete der Dipl.-Psychologe und ehemalige Hochleistungsportler Klaus Rempe.

Tipps aus der Praxis

Am Samstag folgten in den Räumen in der Frankfurter Firma Carl Friederichs GmbH praxisorientierten Fachvorträgen, getrennt nach „Neubau“ und „Reparatur“. Zum Abschluss fand eine interessante Podiumsdiskussion zum Themenbereich „Reparaturzeiten“ statt. Hier diskutierte das Podium über unterschiedliche Reparaturzeiten bei Fahrzeugen der gleichen Bauart, aber mit anderem Firmenemblem (z.B. Seat Alhambra und VW Sharan).

Einen höchst interessanten Hinweis gab dabei BVSK-Geschäftsführer und Rechtsanwalt Elmar Fuchs. Er bezeichnete die Reparaturvorgabezeiten als Empfehlung des Herstellers. Diese sei demnach nicht rechtsverbindlich – zumindest nicht für Freie werkstätten. Vielmehr sei bei Reparaturen die Zeit ausschlaggebend, die der Betrieb gebraucht habe. „Die muss im Kasko- oder Haftpflicht-Unfallschaden von der Versicherung bezahlt werden“, sagte Fuchs.

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