ZKF/ZDK: Geldwerte Vorteile
Die Karosserie- und Lack-Branche braucht eine Institution, die die Vorgabezeiten der Hersteller überwacht. Auf Initiative des ZKF wurde deshalb im Jahr 2007 die Interessengemeinschaft für Fahrzeugtechnik und Lackierung e. V. (IFL) gegründet.
Anbieter zum Thema
Ein ungutes Gefühl beschleicht den Chef des Lackierbetriebs bei der Kontrolle des Zahlungseingangs von der Versicherung zu einem mittleren Unfallschaden. Irgendwie ist ihm klar: „Da fehlt doch was“.
Akribisch kontrolliert er nun jede einzelne Arbeitsposition. Und tatsächlich, bei der Lackvorbereitung steht ein Arbeitswert von 5 AW. Bisher standen an dieser Position 17 AW. Neugierig und beunruhigt durchforstet der Unternehmer die Rechnungen der vergangenen Monate. Das Ergebnis: Seit Dezember des vergangenen Jahres werden auf den Rechnungen für die Lackvorbereitung nur noch 5 AW berechnet. Was ist passiert?
„Die Datenanbieter haben im Kalkulationsprogramm einfach die Voreinstellungen geändert“, erläutert Michael Zierau, Referatsleiter Technik im Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik e. V. (ZKF). Zur Erklärung: Kalkuliert ein Betrieb seine Lackierarbeiten mit Audatex nach den Vorgaben des AZT, gibt es drei Kalkulationsstufen für die durchzuführenden Arbeiten.
In der ersten Stufe ist das Bauteil demontiert und wird auf einem Ständer komplett lackiert. Das ist die einfachste Stufe – die Vorbereitungszeit hierfür wird mit 5 AW angegeben. In der zweiten Stufe ist das Bauteil am Fahrzeug montiert und wird am Auto komplett lackiert. Der Lackierer muss in die benachbarten Bereiche einblenden, um ein qualitativ hochwertiges Reparaturergebnis zu erzeugen.
Hierfür werden 17 AW Vorbereitungszeit angesetzt. In der dritten Stufe wird das Bauteil im demontierten Zustand vorlackiert und im montierten Zustand fertig lackiert. Die Vorbereitungszeit hierfür beträgt 21 AW. Bisher war der mittlere Wert im Kalkulationssystem voreingestellt.
(ID:291074)