Anbieter zum Thema
Die Verkäufer müssen ihre Ware schnell drehen: 500 Autos pro Jahr hat jeder als Zielvorgabe. Das sei machbar, weil sich die Verkaufsmannschaft ausschließlich auf diese Tätigkeit konzentrieren kann, so Müller. Allerdings müssen sie Exporte selbst managen.
80 bis 100 Rückläufer kommen pro Tag in der Leaseplan-Zentrale in Neuss zurück. Autos, die maximal drei Jahre alt und 120.000 Kilometer gelaufen sind, kommen in die Outlets, alle anderen unter den Hammer. Die Zentrale trifft die Verwendungsentscheidung, legt die Verkaufspreise fest und verteilt die Fahrzeuge von den drei Logistikplätzen in Deutschland. Nürnberg wird hauptsächlich von dem Umschlagplatz in Emmering bei München bedient.
Im Outlet kümmern sich zwei sogenannte Administratoren darum, dass die Autos ins Internet eingestellt und im Autohaus optimal präsentiert werden. Sobald Müller die Fahrzeuge in Neuss bestellt hat, können die Administratoren anhand der Fahrzeugdaten die Autos inklusive detailliertem Zustandsbericht online stellen. Bei Anlieferung in Nürnberg ergänzen sie die Fotos. Das Fahrzeugangebot ist VW-/Audi-lastig, räumt Müller ein; es umfasst aber alle klassischen Flottenautos. Der Preis für B2B-Kunden liegt im Schnitt fünf Prozent unter dem Endkundenpreis.
Knappe Standzeiten
Wer in den Outlets einkaufen möchte, darf nicht lange überlegen: Die Autos stehen maximal 20 Tage dort. Dann entscheidet ein sogenanntes Pricingkomitee, ob der Preis nach unten korrigiert oder ob das Fahrzeug versteigert wird.
„Es bringt nichts, einen Rückläufer zu lange im Bestand zu halten“, erklärt Müller. Das verursache nur unnötige Kosten. Sein Tipp für den Handel: Sich frühzeitig von Gebrauchtwagen trennen, die nicht gefragt sind. Denn in einer vernünftigen Mischkalkulation lässt sich trotzdem ein positives Ergebnis erwirtschaften.
(ID:385102)