Zukunft der Betriebe auf dem Lande

Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Kfz-Betriebe im ländlichen Raum könnten die Gewinner des aktuellen Branchenwandels sein. Das zeigte Obermeister Jörg O. Richter bei der Mitgliederversammlung der Innung Frankfurt (Oder) – Mitte auf.

Führungsteam der Kfz-Innung Frankfurt (Oder) - Mitte: (v.li.) Jörg O. Richter (Obermeister), Toralf Krause (Vorsitzender Gesellenprüfungsausschuss) und Martin Schimming (stellv. Obermeister).
Führungsteam der Kfz-Innung Frankfurt (Oder) - Mitte: (v.li.) Jörg O. Richter (Obermeister), Toralf Krause (Vorsitzender Gesellenprüfungsausschuss) und Martin Schimming (stellv. Obermeister).
(Foto: Zietz)

Der Wandel der Kfz-Branche schreitet voran, nicht nur in den Städten, sondern auch in ländlichen Gegenden. Welche Chancen bietet dies für die Betriebe? Mit welchen Risiken sind sie künftig konfrontiert? Den Blick in die Zukunft von Handel und Werkstätten richtete Jörg O. Richter, Obermeister der Kfz-Innung Frankfurt (Oder) – Mitte, bei der jährlichen Mitgliederversammlung.

Dabei sind die Unternehmer vor Ort den Wandel gewohnt. 25 Jahre nach Einführung der Marktwirtschaft ist auch in den neuen Bundesländern der Markt längst gesättigt. „Die Höfe der Händler stehen voll“, kritisierte Richter. Aus Sicht des Obermeisters gibt es dafür nur eine Lösung: Die Hersteller müssen ihre Produktion der Nachfrage anpassen.

Doch davon müssen die Hersteller, die ihre Werke auslasten wollen, erstmal überzeugt werden. Um eine Kehrtwende zu erreichen, sei ein intensiver Dialog die Grundlage. Dabei seien ZDK und Fabrikatsverbände gefordert.

An den Betrieben vor Ort führt auch künftig kein Weg vorbei. Schließlich sind sie die Schnittstelle zwischen Hersteller und Verbraucher. „Auch in Zukunft müssen die Kunden beraten und die Fahrzeuge ausgeliefert werden“, stellte Richter klar.

Allerdings gewinnt dabei das Internet eine immer größere Rolle. Dies gilt nicht nur für den Kauf von Neu- und Gebrauchtwagen. Auch die Nachfrage nach Werkstattleistungen hat in der jüngeren Vergangenheit zugenommen. Doch vom Jammern über zunehmenden Wettbewerb durch das Internet hält der Obermeister nichts: „Ignorieren können wir das Internet nicht mehr. Also müssen wir überlegen, wo wir besser sein können.“

Den Kunden in den Mittelpunkt stellen und dabei die Kompetenz der Betriebe vermitteln sind zwei Ansätze. Statt die Werkstattleistung aus Angst vor dem Auftragsverlust zu verramschen, gilt es, das Know-how in den Vordergrund zu rücken. „Dabei ist gerade die Abgasuntersuchung ein wichtiges Instrument, um den Kunden in die Werkstatt zu bekommen“, sagte Richter. Durch diese hoheitliche Aufgabe vermitteln die Betriebe Kompetenz.

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