Zusammenarbeit Innung - Berufsschule

Redakteur: Johannes Büttner

Erstmals zeichnete der ZDK die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Innung und Berufsschule mit einem Sonderpreis aus. Er ging an die Innung und das Oberstufenzentrum Kfz-Technik Berlin.

Das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe vergab in diesem Jahr im Rahmen des Bundesbildungspreises erstmals einen Sonderpreis für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen einer Innung und einer Berufsschule. Elke Benner von der Adolf Würth GmbH & Co. KG überreichte die Trophäe auf dem Bundes-Berufsbildungs-Kongress in Bad Wildungen an die Innung des Kfz-Gewerbes Berlin und das Oberstufenzentrum Kraftfahrzeugtechnik Berlin.

Die Jury schrieb in ihrer Begründung dazu: „Die beiden Partner stellen in ihrer Bewerbung anschaulich dar, wie viele Aktivitäten sie im Laufe eines Jahres gemeinsam durchführen. Damit zeigen sie ein Repertoire an Beispielen für gute Zusammenarbeit auf, die anderen Innungen und Berufsschulen als Vorbild dienen können.“

Hintergrund der neuen Auszeichnung war die Überlegung, dass für eine qualifizierte Ausbildung des Kfz-Nachwuchses nicht allein die Betriebe verantwortlich sind. Auch die regelmäßige und nachhaltige Zusammenarbeit zwischen der Kfz-Innung und dem dualen Partner Berufsschule spielt eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund entschlossen sich der ZDK, die Fachzeitschriften »autoFACHMANN«, »autoKAUFMANN« und »kfz-betrieb« sowie die Sponsoren, vorbildliches Teamwork zwischen Innung und Schule erstmals mit einem Sonderpreis zu würdigen.

Gespannt warteten die Organisatoren, welche Resonanz ihre neue Auszeichnung finden würde. Sie wurden angenehm überrascht: Ein Dutzend Bewerbungen zeigte, wie gut das Zusammenspiel zwischen Kfz-Innungen und beruflichen Bildungszentren funktionieren kann. Einige präsentierten besondere „Leuchtturmprojekte“, die ohne ein eingespieltes Teamwork unmöglich wären.

Die Partner sind enger zusammengerückt

Die siegreichen Berliner bewarben sich nicht mit einer einzelnen herausragenden Aktion, sondern mit einer Fülle an Maßnahmen. „Wir haben Dinge zusammengefasst und dargestellt, die für uns in der täglichen Arbeit selbstverständlich sind“, berichten die Vertreter des Oberstufenzentrums und der Innung, die auch im Berufsbildungsausschuss zusammenarbeiten. „Im Zuge der gemeinsamen Bewerbung sind wir nochmal ein Stück zusammengerückt“, freuten sie sich über eine positive Auswirkung des Sonderpreises – ganz unabhängig vom Ergebnis.

Ein Beispiel für die Kooperation sind die Fortbildungsangebote der Innung: Die Lehrer des Oberstufenzentrums Kraftfahrzeugtechnik dürfen an allen Schulungen kostenlos teilnehmen. Regulär wären zum Beispiel für die Lehrgänge zur Abgasuntersuchung oder zur Sicherheitsprüfung Teilnahmegebühren von mehreren hundert Euro fällig.

Lernortkooperation beim Servicemechaniker

Innung und Schule arbeiten auch in Form einer Lernortkooperation bei der zweijährigen Ausbildung zum Servicemechaniker zusammen: Das Oberstufenzentrum vermittelt den Schülern die fachtheoretischen und allgemein bildenden Inhalte der Ausbildung. Den fachpraktischen Teil absolvieren die angehenden Servicemechaniker in der Ausbildungsstätte der Kfz-Innung in Bernau. Die Kooperation der beiden Partner reicht von der Auswahl der Schüler über die Ausbildung, eine hausinterne Zwischenprüfung und Projektarbeiten der Azubis bis zu einer Abschlussfeier.

Ein weiteres Beispiel für die vorbildliche Zusammenarbeit ist ein Firmensprechtag des Oberstufenzentrums für die Betriebe. Bei dieser Gelegenheit können sich die Ausbilder über die Arbeit der Schule und den Leistungsstand ihrer Azubis informieren.

Die Innung unterstützt die Schule bei der Durchführung fachpraktischer Unterrichtsteile. Ein Beispiel hierfür ist das „Projekt Elektromotor“: Die Schüler sollen selbst einen funktionsfähigen kleinen Elektromotor bauen. Die theoretischen Grundlagen erhalten sie im Oberstufenzentrum Kraftfahrzeugtechnik, wo sie auch die Bauteilzeichnungen anfertigen. Auf dieser Grundlage bauen die Azubis dann in den Werkstätten der Kfz-Innung ihre eigenen Elektromotoren.

Abstimmung der Gesellenprüfung

Auch bei der Vorbereitung ihrer Auszubildenden auf die Gesellenprüfung ergänzen sich Berufsschule und Innung. Beide Seiten organisieren gemeinsam entsprechende Lehrgänge. Damit gewährleisten sie, dass die Inhalte des theoretischen und des praktischen Teils der Schulung aufeinander abgestimmt sind.

Teamwork schreiben die beiden Partner auch in der Öffentlichkeitsarbeit groß. Diese umfasst beispielsweise gemeinsame Messestände auf den jährlichen „Tagen der Berufsausbildung“, die Nutzung der Innungszeitung durch das Oberstufenzentrum Kraftfahrzeugtechnik und die gemeinsame Teilnahme am Sommerfest der Innung. Schließlich organisieren Schule und Innung zusammen Veranstaltungen zum Ausbildungsbeginn und zur Feier der Freisprechung.

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