Zwei BMW-Rückrufe: Antrieb und Benzinanlage

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Andreas Wehner

Die Autos der Münchner haben etwas zu verlieren – entweder den Antrieb oder Benzindämpfe. Weltweit müssen über 100.000 Einheiten in die Vertragswerkstätten.

Beim BMW i3 mit Range Extender können Kraftstoffdämpfe entweichen.
Beim BMW i3 mit Range Extender können Kraftstoffdämpfe entweichen.
(Bild: BMW)

Antrieb und Benzinanlage heißen die beiden Problembereiche, um die sich BMW im Rahmen zweier neuer Rückrufaktionen kümmert. Vom ersten Rückruf sind die Modelle 1er (E8x), X1 (E84), Z4 (E89), 3er (E9x), 5er Gran Turismo (F07), 5er (F10), 5er Touring (F11), 5er China-Ausführung (F18), 6er Cabrio (F12), und 6er Coupé (F13) aus dem Produktionszeitraum Dezember 2010 bis Juni 2011 betroffen. Bei rund 76.000 Fahrzeugen weltweit könnten die elastischen Gelenkscheiben an der Gelenkwelle brechen, bestätigte ein Sprecher auf Anfrage von »kfz-betrieb«.

„Ein Bruch wird durch Geräuschentwicklung im Bereich des Mitteltunnels angekündigt und kann bis zum Kraftschlussverlust bei Fahrzeugen mit Heckantrieb führen. Bei Fahrzeugen mit Allradantrieb bleibt der Vortrieb über die Vorderräder erhalten“, erläuterte der Sprecher. Die Aktion beinhaltet seinen Angaben zufolge das Prüfen beziehungsweise Tauschen der Gelenkscheibe, nimmt ca. 2,5 Stunden in Anspruch und wird in BMW internen Datenbanken gespeichert. Rund 18.400 Einheiten müssen in deutschen Vertragswerkstätten abgearbeitet werden.

Rund 3.800 von weltweit rund 39.000 BMW i3 mit Range Extender sind hierzulande vom zweiten Rückruf betroffen. Infolge von Motorbewegungen des spritgetriebenen Reichweitenverlängerers könnten Tankentlüftungsleitung und das Pluskabel der Batterie unter Last aneinander scheuern, sagte der Sprecher. Einem möglichen Entweichen von Kraftstoffdämpfen soll eine einstündige Reparatur künftig vorbeugen. Dabei wird ein Clip eingesetzt, der die beiden Leitungen künftig auf Abstand hält. Einbestellt werden alle Elektroflitzer aus der Bauphase September 2013 bis Dezember 2016.

Zur endlosen Takata-Rückrufgeschichte gibt es auch von BMW ein weiteres Kapitel zu vermelden. Ein im Dezember 2015 veröffentlichter Rückruf für den Fahrerairbag des 3ers (E46), 5ers (E39) und X5 (E53) ist bedingt durch die Ersatzteilverfügbarkeit erst Ende 2016 angelaufen. „Anfang 2017 hat BMW sich dazu entschieden diesen Rückruf vorsorglich zu erweitern“, erklärte ein Sprecher auf Anfrage. Eine genaue Stückzahl konnte er nicht nennen, „doch dem Alter der Fahrzeuge entsprechend ist davon auszugehen, dass sich davon noch etwa 25 Prozent weltweit in den Märkten befinden“, sagte er. Allein in den USA wurden damals über 400.000 Einheiten in die Vertragswerkstätten einbestellt.

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