E-Auto-Bestand Zwei von 15 Millionen sind geschafft

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Zahl der zugelassenen Elektroautos wächst langsam, aber beständig. Doch von den einst angestrebten 15 Millionen Elektro-Pkw ist Deutschland noch meilenweit entfernt.

Der Bestand an E-Autos auf Deutschlands Straßen wächst beständig. Das liegt auch an einer immer breiteren Auswahl von Sportflitzern wie dem MG Cyberster (Foto) bis hin zum Kleinwagen Hyundai Inster.(Bild:  MG)
Der Bestand an E-Autos auf Deutschlands Straßen wächst beständig. Das liegt auch an einer immer breiteren Auswahl von Sportflitzern wie dem MG Cyberster (Foto) bis hin zum Kleinwagen Hyundai Inster.
(Bild: MG)

Noch vor Jahresende könnte die Zahl der Elektroautos auf den deutschen Straßen die Marke von zwei Millionen Einheiten erreichen. Zum 1. Oktober waren laut Kraftfahrtbundesamt 1,93 Millionen rein batteriebetriebene Autos (BEVs) in Deutschland zugelassen. Das waren 94.073 mehr als nach dem ersten Halbjahr. Sofern es bis zum Jahresende nicht zu einem plötzlichen Einbruch des Wachstums kommt, dürfte die Schwelle von zwei Millionen reinen Elektroautos noch im laufenden Jahr erreicht werden. 

Im Bestand nähert sich der Elektroautoanteil damit vier Prozent. Insgesamt gibt es in Deutschland 49,6 Millionen zugelassene Pkw. Unter Bundeskanzlerin Angela Merkel war das Ziel von 15 Millionen Einheiten ausgegeben worden, das auch von der Regierung unter Bundeskanzler Olaf Scholz bekräftigt wurde. Aus heutiger Sicht sind die 15 Millionen nicht realistisch zu erreichen, da dafür fast alle in den nächsten fünf Jahren neu zugelassenen Fahrzeuge Elektroautos sein müssten. Im laufenden Jahr liegt der Anteil bisher bei 18,4 Prozent.

Nach einem Einbruch der Nachfrage sah es zuletzt nicht aus: Allein im Oktober hatte es mehr als 52.000 Neuzulassungen reiner Elektroautos gegeben. Unklar ist allerdings, ob die angekündigte neue Förderung von E-Fahrzeugen die Nachfrage ins neue Jahr verschiebt, wie verschiedene Experten befürchten.  Grundsätzlich läuft der Anstieg des Bestands zwar meistens um etwa ein Viertel bis ein Drittel langsamer als die Neuzulassungen, da sich darin der Abfluss von Fahrzeugen ins Ausland niederschlägt. Doch auch wenn man dies einrechnet, deuten die Zahlen derzeit auf ein Erreichen der zwei Millionen noch in diesem Jahr – zumindest sofern die angekündigte neue staatliche Förderung für Elektroautos nicht zu starken Verschiebeeffekten führt. 

Die zweite Million dauert drei Jahre

Die erste Million war vor drei Jahren erreicht worden. In der Vergangenheit waren die Neuzulassungszahlen der Elektroautos oft abhängig von staatlicher Förderung und hohen Prämien. Zuletzt wurden sie aber einerseits vom immer breiter werdenden Fahrzeugangebot getrieben. Andererseits drücken inzwischen auch viele Hersteller ihre Elektroautos verstärkt in den Markt. Sei es mit steigenden Rabatten, wie sie Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer zuletzt festgestellt hat, sei es mit einem steigenden Anteil an Eigenzulassungen, wie sie der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) jüngst beklagte.

Die heutige Bundesregierung nennt keine konkreten Ziele für die Zahl der Elektroautos. Auf Anfrage der dpa heißt es vom Bundesverkehrsministerium: „Zur Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehr und zur Stärkung der Industrie verfolgt die Bundesregierung das grundsätzliche Ziel, mehr E-Autos auf die Straßen zu bringen. Dabei setzt sie auf Technologieoffenheit.“ Der Koalitionsvertrag enthalte keine Zielvorgabe, „dafür aber ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Steigerung der Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen – von Kaufanreizen für Elektro-Autos bis hin zur Förderung von Ladeinfrastruktur. Ein Teil der Maßnahmen wurde bereits umgesetzt.“

Auch eine Prognose für die Zahl der Elektroautos bis 2030 gibt es aus dem Ministerium nicht. Es sei angesichts der Vielzahl an Einflussfaktoren wie der Entwicklung der Modellvielfalt, der Preise oder der Kundennachfrage nicht möglich, dies genau abzuschätzen. Eine zentrale Größe sei aber der Ausbau der öffentlichen Infrastruktur.

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