Sächsisches Kraftfahrzeuggewerbe Das Auto bleibt auch in Zukunft unverzichtbar

Von Doris S. Pfaff und Holger Zietz 3 min Lesedauer

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In der sächsischen Staatskanzlei in Dresden fand der zweite Sommerempfang des sächsischen Kfz-Gewerbes statt. Bei der Feier mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Verbänden forderte Präsident Michael Schneider konkrete Unterstützung.

Der zweite Sommerempfang des sächsischen Kraftfahrzeuggewerbes fand diesmal in der Staatskanzlei in Dresden statt.(Bild:  Holger Zietz - VCG)
Der zweite Sommerempfang des sächsischen Kraftfahrzeuggewerbes fand diesmal in der Staatskanzlei in Dresden statt.
(Bild: Holger Zietz - VCG)

Es war der zweite Sommerempfang, den der Landesverband des sächsischen Kraftfahrzeuggewerbes veranstaltete. Am Donnerstag (27. Juni) begrüßte Präsident Michael Schneider diesmal rund 130 Gäste in der sächsischen Staatskanzlei in Dresden.

Mit dabei war der Hausherr des stilvollen Ambientes, Ministerpräsident Michael Kretschmer. Er nahm sich den ganzen Abend Zeit, mit den Gästen – Vertretern aus der regionalen Wirtschaft, verschiedenen Verbänden, Politik und Gesellschaft – ins Gespräch zu kommen.

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In seiner Begrüßung betonte der Ministerpräsident die wichtige Rolle des Autos für die individuelle Mobilität in Sachsen. Daran werde sich auch in der Zukunft nichts ändern. Ihm sei es wichtig, speziell mit dem Kfz-Handwerk in einem guten Verhältnis zu stehen und es insbesondere bei der beruflichen Bildung zu unterstützen. Kretschmer: „Ich brauche Sie als Handwerk für die berufliche Bildung im Land Sachsen.“

Fachkräftemangel macht Betrieben zu schaffen

Die hohe Resonanz – es mussten noch zusätzliche Sitzmöglichkeiten geschaffen werden – wertete Schneider als Zeichen der besonderen Wertschätzung der Gäste für das Kfz-Gewerbe Sachsen und seine sechs Innungen. Das sei das Ziel des Sommerempfangs, die eigenen Erfolge zu feiern, dabei mit Vertretern der Politik, der Wirtschaft und Partnern in den Austausch zu kommen und auf die besondere Lage der Branche hinzuweisen.

Das tat Schneider auch und listete in seiner Rede auf, wo es in den mittelständischen Betrieben hakt und wo die Politik eingreifen müsse. Er wies auf die hohe Bedeutung des Autolandes Sachsen hin, seine starke Wirtschaftskraft, aber eben auch auf die Nöte.

Das Kfz-Gewerbe leide stark unter dem Fachkräftemangel, die Betriebe wegen der vielen bürokratischen Auflagen, der Autohandel unter den Änderungen beim Vertrieb seitens der Autohersteller sowie unter den fehlenden und nicht verlässlichen Rahmenbedingungen. Verlässliche Rahmenbedingungen brauche es insbesondere bei der Elektromobilität.

Kfz-Gewerbe fordert zweites Betriebspraktikum für Gymnasiasten

Schneider forderte Ministerpräsident Kretschmer auf, das sächsische Kfz-Gewerbe in drei Punkten zu unterstützen: Um den Fachkräftemangel in den Griff zu bekommen, müsse frühzeitig in Schulen für das Handwerk geworben werden, so durch eine verpflichtende Berufsorientierung und ein zweites Pflichtpraktikum von Gymnasiasten in Handwerksbetrieben. Zudem müsse sich Arbeit wieder lohnen.

Für Arbeitgeber sei es kaum möglich, die Löhne noch mehr zu erhöhen. „Hier ist zwingend eine Reform der Lohnnebenkosten erforderlich. Eine deutliche Steigerung etwa der Lohnsteuerfreigrenze auf mindestens 25.000 Euro jährlich sowie die Gleichsetzung von beruflicher und akademischer Ausbildung bei der Sozialversicherung sind Hebel, die sofort bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ankommen“, sagte Schneider.

Der dritte Punkt sei die deutliche Verbesserung der Bedingungen für Betriebsübergaben. Es sei ohnehin schwierig, Nachfolger zu treffen. Die bestehenden bürokratischen Hürden und die Erbschaftssteuer schreckten zusätzlich ab. Auch hier sei die Staatsregierung gefordert, so Schneider.

VDIK fordert bezahlbare Autos

Als Ehrenredner sprach der neue VDIK-Präsident Michael Lohscheller über die Situation der Autoindustrie. Autos müssten in Deutschland für die Kunden wieder bezahlbar werden. Deshalb fordert er Produzenten im In- und Ausland auf, Fahrzeuge im günstigeren Preissegment anzubieten.

Ein Einstiegsangebot von 50.000 Euro bezeichnete er als deutlich zu hoch. Auch die geplanten Chinazölle der EU auf E-Autos sieht Lohscheller kritisch: „Die Autoindustrie ist global!“ Das Land mit Zöllen abzuschotten, sei kein guter Weg, um wettbewerbsfähig zu sein.

Ebenso sollte der Anschluss bei IT-Lösungen nicht verpasst werden. Diese Technik dürfe nicht allein den Amerikanern oder Chinesen überlassen werden, mahnte der VDIK-Präsident. Stattdessen sollten deutsche Unternehmen mitwirken und innovativ sein.

Für die Redebeiträge gab es hinterher viel Applaus und reichlich Gesprächsstoff. Schneider zeigte sich mit dem Ergebnis des Abends sehr zufrieden. „Es ist unser Ziel, sichtbarer im eigenen Bundesland und auch außerhalb zu werden. Das ist uns gelungen“, sagte er. Die neue Veranstaltung bewähre sich, und unter der bewährten Regie von Geschäftsführerin Gabriela Msuya würden bereits erste Planungen für den dritten Sommerempfang im nächsten Jahr laufen.

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