Kraftstoffaufbereitung 100 Jahre Weber-Vergaser

Von Steffen Dominsky 4 min Lesedauer

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Egal ob Fahrzeughersteller oder Hobbytuner: Wer mehr Leistung aus Motoren holen wollte, kam viele Jahrzehnte lang an den Gemischfabriken aus Bologna nicht vorbei. Modellbezeichnungen wie „DCOE“, „IDF“, „DCNF“ und andere lassen den Puls bei Oldtimerfans noch heute höher schlagen.

Vor 100 Jahren legte ein Ingenieur aus Bologna den Grundstein für die im Sportwagenbau bzw. Rennsport und Tuning lange Zeit bekannteste Vergasermarke der Welt – Edoardo Weber.(Bild:  Dominsky – VCG)
Vor 100 Jahren legte ein Ingenieur aus Bologna den Grundstein für die im Sportwagenbau bzw. Rennsport und Tuning lange Zeit bekannteste Vergasermarke der Welt – Edoardo Weber.
(Bild: Dominsky – VCG)

Schön, dass der damals 34-jährige Maschinenbauingenieur Edoardo nur seinen Familiennamen für seine Produkte und nicht etwa die Anfangsbuchstaben seines Unternehmens wählte, als er 1923 die Fabbrica Italiana Carburatori Weber eröffnete – schließlich klingt „Weber-Vergaser“ deutlich angenehmer als FICW-Vergaser, oder? Erstes Produkt der im italienischen Bologna beheimateten Firma waren spezielle Umbausätze für Lkw, denn nach dem Ersten Weltkrieg waren Benzin und Dieselkraftstoff extrem teuer. Deshalb entwickelte Weber Vorrichtungen, die es erlaubten, das deutlich preiswertere Lampenöl bzw. Petroleum in den Fahrzeugen zu verbrennen. Bekannt wurden diese unter dem Namen „Econo-Super-Alimentatore“.

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Daraus entstanden später Umbausätze für Fiat-Pkw und daraus wiederum der erste Weber-Vergaser. Die Einführung desselben, der aufgrund seiner Form auch „Box“-Vergaser genannt wird, trug zum steilen Wachstum des Unternehmens bei. Was folgte, war ein Vergasertyp, der es Motoren ermöglichte, Leistungen zu erzielen, die bis dato undenkbar waren. Dieser Weber-Vergaser hatte zwei unterschiedlich große Kanäle, einen kleinen für niedrige und einen größeren für hohe Motordrehzahlen/Lastzustände – der Registervergaser war geboren. Er funktionierte nicht nur bei den damals bereits vorhandenen aufgeladenen Motoren, sondern auch bei Saugern. Seine Vorteile waren ein besseres Laufverhalten sowie ein reduzierter Kraftstoffverbrauch.