Fahrwerkstechnik 150 Jahre Bilstein

Von Steffen Dominsky 2 min Lesedauer

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Alles begann 1873 mit der Herstellung von Fensterbeschlägen. Daraus entwickelte sich im Laufe der letzten fast 80 Jahren einer der größten und sportlichsten Stoßdämpfer-Hersteller der Welt.

Vor 150 Jahren gründete August Bilstein sein Unternehmen. Seit fast 80 Jahren fertigt es Stoßdämpfer für Automobile.(Bild:  Bilstein)
Vor 150 Jahren gründete August Bilstein sein Unternehmen. Seit fast 80 Jahren fertigt es Stoßdämpfer für Automobile.
(Bild: Bilstein)

1873 gründet August Bilstein die Firma AUBI und stellt Fensterbeschläge her. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, wagt er 1885 einen nächsten großen Schritt: Bilstein baut eine eigenen Temperei auf – von nun an gehören auch Baubeschläge und Schraubzwingen zum Produktprogramm. Als sein Sohn Hans 1919 die Firma übernimmt, baut dieser umgehen ein eigenes Bandeisen-Walzwerk. Das wird notwendig, da die für die Fensterbeschläge erforderlichen eisernen Halbrundstangen auf dem deutschen Markt nicht mehr zu bekommen sind. Die Krisen der Kriegs- und Nachkriegsjahre sind längst noch nicht vorüber, und so muss Hans Bilstein schauen, wie er seine Produktionsanlagen weiterhin auslastet. Dabei kommt es zu einem ersten Kontakt mit der Berliner Firma „Levator“, die als Hebezeugfabrik vor allem Wagenheber und Krananlagen herstellt. 1930 übernimmt Bilstein Levator, und als erstes Produkt für den Automobilbereich fertigt man fortan Stoßstangen.

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Wie zukunftsorientiert dieser Entschluss ist, zeigt sich bereits nach kürzester Zeit: Bilstein wird der erste Lieferant für verchromte Stoßstangen, die bei Serienfahrzeugen zum Einsatz kommen. Um die Marktposition weiter auszubauen, erwirbt man 1938 die Wiener Firma Rudolf Robitschek, die sich auf die Herstellung von hydraulischen Wagenhebern spezialisiert hat. 1940 wagt sich Hans Bilstein dann auf ein neues Gebiet, das zunächst zwar nur unwesentliche Beiträge zum Produktionsprogramm liefert, aber nach Kriegsende zu einem wichtigen Faktor werden soll: Schwenk- und Drehkräne zur Instandsetzung von Militärfahrzeugen. Im Jahr 1961 baut Porsche dann erstmals die Bilstein-Stoßdämpfer in einem Formel-1-Rennwagen ein, mit der Folge, dass ab 1962 sämtliche Porsche-Rennfahrzeuge damit ausgerüstet werden und ab 1965 auch alle Prototypen und Sportwagen.

Der erste Stoßdämpfer entsteht

Über Wagenheber und Stoßstangen führt der Weg schließlich in den Stoßdämpfer- und Fahrwerksbereich. 1954 entwickeln die Bilstein-Ingenieure den ersten serienreifen Einrohr-Gasdruck-Stoßdämpfer nach dem De-Carbon-Prinzip – und revolutionieren damit den Stoßdämpferbau. Mercedes-Benz baut den neuen Dämpfer erstmals 1957 in ein Serienfahrzeug ein. Er erweist sich gegenüber herkömmlichen Teleskop-Stoßdämpfern als überlegen. Neben der OE-Entwicklung ist auch der Motorsport ein Innovationstreiber für das Unternehmen aus Ennepetal. Anfang der 1960er-Jahre startet es erstmals mit größeren Engagements im Rennsport. Seitdem ist die Marke auch im internationalen Motorsport ein fester Begriff. Vom Gewinn der Rallye Monte Carlo 1960 über Siege bei allen wichtigen 24-Stunden-Rennen weltweit bis hin zu mehreren Weltmeister-Titeln in der Formel 1: Die Liste der Erfolge von Fahrern, Teams und Fahrzeugen mit Bilstein-Dämpfern ist lang.

Die Expertise aus der OE-Entwicklung und im Rennsport kommt auch dem Aftermarket zugute, schließlich fertigt Bilstein ebenso im Serienersatz-Bereich nach den hohen Qualitätsstandards der Automobilhersteller. Zudem produziert der Stoßdämpfer-Hersteller seine Aftermarket-Produkte auf denselben Produktionslinien wie seine Erstausrüstungsprodukte. Und auch im Performance-Aftermarket bieten die Fahrwerksexperten Trackday-Fahrern und Tuning-Fans ein umfangreiches Portfolio, darunter Hochleistungsdämpfer und Sport- und Gewindefahrwerke zur Fahrwerksoptimierung.

 

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