Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg 2025 bringt Schrumpfkurs und Unsicherheit

Von Holger Zietz 2 min Lesedauer

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Die Kfz-Branche steht 2025 vor einem Schrumpfkurs, mit sinkenden Absätzen, Margen und Beschäftigtenzahlen. Besonders der Gebrauchtwagenmarkt und gebrauchte E-Autos benötigen politische Unterstützung, so das Fazit der Delegiertenversammlung des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg.

Präsident Michael Ziegler vom Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg fordert die neue Bundesregierung auf, zügig zu handeln. Für die Branche prognostiziert Ziegler für das laufende Jahr eine schrumpfende Bilanz.(Bild:  Zietz - VCG)
Präsident Michael Ziegler vom Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg fordert die neue Bundesregierung auf, zügig zu handeln. Für die Branche prognostiziert Ziegler für das laufende Jahr eine schrumpfende Bilanz.
(Bild: Zietz - VCG)

Michael Ziegler, Präsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, wertet das Kfz-Jahr 2024 als solide, warnt aber vor einem deutlichen Abschwung für das laufende Jahr. Bei der Delegiertenversammlung in Sindelfingen prognostizierte Ziegler einen sinkenden Gesamtmarkt für Neu- und Gebrauchtwagen.

Gebrauchte E-Autos sind ein Problem

Der Elektroautomarkt liefere zwar Neuzulassungen, sei aber nicht der erhoffte Umsatztreiber. Besonders gebrauchte E-Autos gelten als Problem: Die Bestände seien zu hoch bewertet, die Preise müssten sinken. Ziegler fordert, dass eine mögliche Umweltprämie auch für Gebrauchte greift, um den stagnierenden Markt zu beleben. Ohne funktionierenden Gebrauchtwagenmarkt sei ein nachhaltiges Neuwagengeschäft im Elektrobereich nicht möglich.

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Für 2025 erwartet der Verband einen Rückgang bei Betrieben, Beschäftigten, Umsätzen im Handel und erstmals auch bei Werkstattaufträgen. Die Margen werden weiter sinken, da Hersteller den Kostendruck an den Handel weitergeben. Ziegler betont: „Die besten Geschäfte habe ich unter Druck gemacht.“

Autobranche steht unter starkem globalen Druck

Die Branche steht laut Ziegler unter globalem Druck, insbesondere durch Handelskonflikte und die Konkurrenz aus China und den USA. Deutschland müsse sich auf den EU-Binnenmarkt konzentrieren. Die Mobilitätswende schwächele, die Politik sei unklar, und die individuelle Mobilität werde für Verbraucher immer teurer – mit negativen Folgen für Auftragseingänge, auch im traditionell stabilen Werkstattgeschäft.

Ziegler kritisiert die aktuelle Klimapolitik. „Die Schwächung unserer Industrie, Stärkung der ausländischen Konkurrenz“, sagt Ziegler, sei die Folge der derzeitigen Klimapolitik auf EU- und Bundesebene. Bezogen auf Gewerbe hänge es aber auch davon ab, wo die verkauften Autos zu uns kommen. Deswegen sei auch China ein Thema: „30 Prozent des Weltmarktes für Autoverkäufe stellt China, 20 Prozent die USA, 3,7 Prozent Deutschland“, rückt Ziegler die aktuellen Verhältnisse zurecht: „Wir müssen uns als Erstes auf unseren Binnenmarkt konzentrieren und das ist die EU.“

Der Konzentrationsprozess im Gewerbe werde sich unter dem Gesamtdruck fortsetzen, vor allem kleinere Betriebe geraten zunehmend unter Druck. Die neugewählte Bundesregierung sieht Ziegler dabei vom Start weg in einer Schlüsselrolle. Wichtig sei, dass einerseits der Mittelstand gestärkt wird und andererseits die Wirtschaft wieder anspringt: „Wenn die Wirtschaft floriert, kommt auch der Automarkt in Schwung.“

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