Die Blechteile von Hand geformt und auch die Innenausstattungen selbst gemacht: Und dennoch war das Jahr 1974 eine Meilenstein für Lamborghini. Denn in diesem produzierte der Sportwagenbauer sein bekanntes Modell erstmals in Serie.
2023 durchbrach das Werk in Sant’Agata Bolognese erstmals die Schallmauer von mehr als 10.000 in einem Jahr gefertigten Fahrzeugen. Vor 50 Jahren baute Lamborghini ein Auto pro Woche!
(Bild: Lamborghini)
Am 11. März 1971 zeigte ein kleiner italienischer Sportwagenbauer auf dem Genfer Autosalon erstmals die Studie „Countach LP 500“. Die überwältigende Resonanz des Publikums machte die Entscheidung, in die Serienproduktion zu gehen, leicht. Etliche Prototypen, drei Jahre technische Entwicklung sowie zahlreiche intensive Testfahrten später war das neue Serienmodell mit der Bezeichnung Countach LP 400 bereit. Und während man das Fahrzeug entwickelte, machte man sich in Sant’Agata Bolognese auch an den Aufbau der Produktionsanlagen. Denn auch in dieser Hinsicht war der Countach revolutionär: Seine Karosserie sollte erstmals in der Geschichte der Marke im eigenen Werk gefertigt werden. Bis dahin entstanden die Fahrzeuge von Lamborghini an zwei verschiedenen Orten: Den technischen Unterbau fertigte Lamborghini selbst, die Karosserien produzierten externe Karosseriebauer. Die Entscheidung, den Karosseriebau fortan ins eigene Werk zu holen, wirkte sich von Beginn an maßgeblich auf das Wachstum des Unternehmens aus.
Rohrrahmen mit Karosserieblechen aus Aluminium, glasfaserverstärktem Kunststoff und Carbonfaser (Front- und Heckklappe)
Fahrwerk: Doppelquerlenkerachse vorn und hinten mit Schraubenfedern und Teleskopstoßdämpfern
Belüftete Scheibenbremsen
Radstand: 2.500 mm
Spurweite vorn: 1.536 mm; hinten: 1.606 mm
Reifen: vorn 225/50-ZR15, hinten 345-35/ZR15
Leergewicht: 1.490 kg
Die Linea Montaggio N. 1 Countach
Das ursprüngliche Lamborghini-Werk umfasste 12.000 Quadratmeter. Mit dessen Bau hatte man 1963 begonnen und ihn 1966 abgeschlossen. Ab diesem Zeitpunkt fertigten die Italiener auch Getriebe und Differenziale im eigenen Werk. Zur Fabrik gehörten damals die Fertigung, Büros, Testflächen und eine Werkstatt. Die Fertigung umfasste zwei Montagelinien: eine für Motoren und mechanische Bauteile, die andere für die Endmontage der Fahrzeuge. Am 18. Oktober 1968 kündigte Lamborghini die bevorstehende Fertigstellung von drei neuen Fabrikhallen an, die eine Erweiterung der bebauten Fläche um 3.500 Quadratmeter mit sich brachte. Heute ist das Werk mit einer Fläche von 346.000 Quadratmetern kaum wiederzuerkennen, aber die Fertigungslinie des Countach, die sogenannte Linea Montaggio N. 1 Countach, ist immer noch dieselbe. Heute wird dort der neue Zwölfzylinder-Plug-in-Hybrid Revuelto montiert.
Zur Zeit des Countach steckte die Montagelinie noch in den Kinderschuhen, und die Arbeiten wurden fast alle von Hand ausgeführt. Die Karosseriebleche wurden nach der Bearbeitung auf einem Holzmodell überprüft und anschließend miteinander verschweißt und ausgerichtet. Dieser letzte Bearbeitungsschritt war wesentlich, da sich jedes von Hand gefertigte und montierte Teil leicht von den anderen, nur scheinbar identischen Teilen unterschied. Die vollständige Karosserie, damals noch aus Rohaluminium, fügte man anschließend mit dem Rahmen zusammen. Ein Schienen-Transferwagen brachte diese Baugruppe dann zu den verschiedenen Montagestationen, an denen die einzelnen mechanischen Komponenten verbaut wurden.
Ein roter Faden vom Countach bis zum Revuelto
Der Countach war auch das erste Modell, für das die hauseigene Polsterei Innenausstattungen fertigte. Davor war sie nur für die Anpassung und Montage der Innenausstattungen der externen Lieferanten zuständig. Man machte sie schließlich zu einer selbstständigen Einheit, die auch die Fertigung der Lederbezüge und Nähte übernahm und die Basis für die essenziellen Möglichkeiten der Personalisierung verbesserte, die Lamborghini seinen Kunden noch heute im Rahmen des Ad-Personam-Programms anbietet. Ein halbes Jahrhundert liegt zwischen dem Countach und dem Revuelto, ein Zeitraum, in dem sich auch die Stückzahlen verändert haben: In den 16 Produktionsjahren des Countach liefen 1.999 Exemplare sowie der Prototyp LP 500 vom Band. In den elf Produktionsjahren des Diablo belief sich die Stückzahl auf 2.903 Fahrzeuge, beim Murciélago waren es in neun Jahren mehr als 4.000 Fahrzeuge. Der Aventador brachte es schließlich in elf Jahren auf mehr als 11.000 Exemplare.
Trotz dieser Unterschiede an ein und derselben Produktionsstätte haben der Countach und der Revuelto einiges gemeinsam. Das technische Gesamtkonzept mit Zwölfzylinderlängsmotor im Heck ist gleich geblieben. Beim Revuelto kommt allerdings das Batteriepaket hinzu, das zur Verlagerung des Getriebes hinter den V12-Motor führte. Die Fahreinstellungen sind ebenfalls unverändert, ebenso wie die Scherentüren, die mit dem Countach geboren wurden und sich zum typischen Erkennungsmerkmal der V12-Modelle von Lamborghini entwickelten. In puncto Design ist darüber hinaus eine bemerkenswerte Kontinuität erkennbar, die sich vom Countach über den Diablo und Murciélago bis zum Aventador erstreckt: Die feine optische Linie, die zwischen vorderem Kotflügel, Dach und Heck verläuft, wird Countach-Linie genannt.
Stand: 08.12.2025
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Alle Countach-Modelle von A bis Z
Der erste Countach mit 152 gefertigten Exemplaren war der LP 400 (1974 bis 1978), der sich durch die Kotflügel ohne Verbreiterungen und den Tunnel im Dach für den Rückspiegel auszeichnete, dem das Fahrzeug den Beinamen Periscopio verdankt. Der LP 400 S (1978 bis 1982) mit einer Stückzahl von 235 Fahrzeugen wurde direkt von dem LP-400-Sondermodell beeinflusst, das für den kanadischen Lamborghini-Fan Walter Wolf konstruiert wurde. Der LP 400 S war mit Pirelli-Niederquerschnittsreifen, Verbreiterungen, Felgen in Form einer Telefonwählscheibe und einem aerodynamischen Anbauteil unter der Frontpartie ausgestattet. Diese Konfiguration, wenn auch bei den Nachfolgeversionen in optimierter und besser integrierter Form, prägte die Optik des Countach im folgenden Jahrzehnt. Der 5000 S (1982 bis 1984), von dem 323 Exemplare produziert wurden, entsprach von der Optik her weitestgehend seinem Vorgänger, trumpfte jedoch mit einem größeren Hubraum des V12 von 4,8 Liter auf.
Der Nachfolger Quattrovalvole (1985 bis 1988) mit einer Stückzahl von 631 Fahrzeugen zeichnete sich durch den Höcker auf der Motorhaube aus, der notwendig war, um den 5,2-Liter-Motor mit vier Ventilen pro Zylinder zu beherbergen. Der 25° Anniversario (1988 bis 1990) mit 658 Exemplaren wurde anlässlich des 25-jährigen Firmenjubiläums herausgebracht und wartete mit gänzlich überarbeiteten aerodynamischen Anbauteilen auf: Radlaufblenden, Schwellerverkleidungen und vorderes und hinteres Abschlussblech bekamen einen vollkommen neuen Look. Die Form der Lufteinlässe an den hinteren Kotflügeln wurde ebenfalls modifiziert, und einige Bleche, wie die der Front- und Heckklappe, waren erstmals aus Carbonfaser gefertigt. Der zunehmende wirtschaftliche Erfolg des Countach ist beachtlich, ebenso wie die Tatsache, dass von den letzten beiden Modellversionen – nicht zuletzt dank der Zulassung des Countach auf dem US-amerikanischen Markt – die meisten Exemplare gefertigt wurden. Der Countach zierte nicht nur die Kinder- und Jugendzimmerwände einer ganzen Generation und avancierte zum Leinwandstar in zahlreichen Filmen, sondern ermöglichte es Lamborghini auch, in der Zeit seiner Vermarktung von der Mitte der Siebziger- bis Neunzigerjahre wettbewerbsfähig zu bleiben.