50 Jahre Nissan in Deutschland

Sushi und Schnitzel

< zurück

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Auch am oberen Ende der Modellpalette hatte Nissan einen Shootingstar im Programm, denn der Datsun 240Z gewann unter Edgar Hermann und Hans Schuller 1971 die legendäre East African Safari Rallye und machte die Marke so schlagartig bekannt. Entstanden war das aufregend gezeichnete Sportcoupé 240Z auf Initiative des Nissan-USA-Chefs Yutaki Katayama, der schnelle Sechszylinder sollte eine erschwingliche Alternative zu europäischen Sportwagenikonen sein.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 13 Bildern

Eine Vorgabe, die der 240Z leicht erfüllte: 1.600 Einheiten wollte Nissan ursprünglich global vom 240Z verkaufen. Über eine Viertelmillion wurden es – damals Weltrekord im Sportwagensegment. Als im Herbst 1978 mit dem 280 ZX eine neue Generation an den Start ging, hatte sich die Z-Baureihe mit insgesamt 531.601 Einheiten einen weiteren Eintrag ins Buch der Rekorde gesichert. Den Traum vom Tokyo Drift verkörperten später auch Nissan GT-R und 370Z.

Letztlich blieben es aber die braven Massenmodelle, die Nissan 1982 zwei Prozent Marktanteil in Deutschland einbrachten und den Rang des größten japanischen Importeurs, inzwischen in neuem Hauptquartier in Neuss.

Erfolg mit Offroad-Modellen

Zur gleichen Zeit zündete Nissan die Erfolgsgeschichte der Allradler in Deutschland. Dem Offroader Nissan Patrol gelang dabei im Behördengeschäft bahnbrechendes: Die Polizei und sogar die Bundeswehr setzten auf das Durchsetzungsvermögen des Allesüberwinders. Schon in den ersten 20 Jahren konnten hierzulande über 100.000 Einheiten des Patrol verkauft werden.

Vor allem aber ging der Patrol bald nicht mehr allein auf Patrouille: Die Allradfamilie reichte vom praktischen Pick-up (ab 1982), über den Terrano (ab 1987), den großen Pathfinder (ab 1998) bis zum X-Trail als SUV (ab 2001) und Wegbereiter für die Crossover-Modelle Murano (ab 2006), Qashqai (ab 2007) und Juke (ab 2010). Wie keinem anderen Generalisten gelang es Nissan allein mit Offroad-Kompetenz und Crossover-Typen einen Platz unter den führenden asiatischen Marken zu finden.

Zum Erfolgsrezept zählten frühzeitig installierte europäische Werke und Entwicklungszentren. Trotzdem erlebte Nissan auch viele Tiefschläge. Fabrikschließungen gehörten dazu und immer wieder der Kampf gegen zwischenzeitliche, massive Verluste bei Absatz und Marktanteilen. Auch im Gold-Jubiläumsjahr 2022 hat Nissan in Deutschland einen Rückgang zu verzeichnen, nur noch gut 18.000 Autos wurden in den ersten neun Monaten verkauft. Zu Bestzeiten Anfang der 1990er waren es aus heutiger Sicht fast unglaubliche 150.000 Zulassungen in zwölf Monaten.

Stromer sollen's richten

Aber solche Probleme animieren den ältesten, 1911 gegründeten japanischen Autobauer nur, mehr Gas bzw. seit 2012 Strom zu geben. Mit dem Leaf lancierte Nissan damals das erste in Großserie gebaute familientaugliche Elektrofahrzeug. Heute erhält der Leaf Unterstützung durch den auffällig designten Ariya auf neuer EV-Architektur, die gemeinsam von den Allianzpartnern Renault, Nissan und Mitsubishi entwickelt wurde.

Und schon 2023 will Nissan in jeder Baureihe ein elektrifiziertes Modell anbieten, an Ideen und raffinierten Konzepten für automobile Feinschmecker fehlt es nicht. So fahren die aktuellen Qashqai und X-Trail nicht als Plug-in vor, sondern mit „E-Power“, sprich rein elektrisch angetrieben – aber den Strom liefern ein Benziner und eine Pufferbatterie. Keine Langweiler, sondern eine ganze Bento-Box voll angesagtem automobilem Sushi soll Nissan wieder auf Kurs bringen.

(ID:48690939)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung