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Absatzrallye: Nicht nur Eigenzulassungen treiben den Markt

Autor: Andreas Grimm

Zum Jahreswechsel sind die Eigenzulassungen um gut 40 Prozent in die Höhe geschnellt. Daneben hat aber eine Kundengruppe nochmals ordentlich zugelegt, die im Gesamtjahr ein absolutes Rekordergebnis geschafft hat.

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(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Die Vermutung, dass hinter den sehr guten Neuzulassungszahlen im Dezember viele Eigenzulassungen stehen, hat eine Analyse der KBA-Daten nun bestätigt. Laut einer Auswertung der Marktforschung Dataforce kletterten die Eigenzulassungen im Handel wie bei den Herstellern und Importeuren im Schlussmonat des Jahres 2019 um über 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Daneben sorgten aber einmal mehr die gewerblichen Kunden für ein Top-Ergebnis.

Ausgelöst haben die Entwicklung bei den Eigenzulassungen die seit dem Jahreswechsel geltenden neuen CO2-Flottengrenzen. Sie haben viele Hersteller dazu gebracht, Modelle mit höheren Verbräuchen vorab zuzulassen. Zählt man zu den Eigenzulassungen noch das Geschäft mit den Autovermietern dazu, das ebenfalls gern für taktische Maßnahmen genutzt wird, legten die Zulassungen über Sonderkanäle im Dezember im Schnitt noch um 37 Prozent zu (Hersteller +43,5 %; Handel +43,6 %; Vermieter +22,2 %).

Die Verzerrung der Statistik durch diesen Sondereffekt ist dabei von Marke zu Marke unterschiedlich und im Einzelfall erheblich. Bei Suzuki (+460 %) oder Ford (+218 %) explodierten die Händler- und Werkszulassungen im Dezember förmlich, auch Citroën (+59 %), BMW und VW (je 44 %) beschäftigten die Zulassungsstellen kräftig, während Skoda sogar mit weniger Eigenzulassungen (-2 %) auskam.

Boomgeschäft Flottenkunden

Hinter diesen Extremwerten geht die Entwicklung des Firmenkundengeschäfts etwas unter, das im Dezember ebenfalls zulegte – um immerhin 17,5 Prozent. Es setzte damit die kontinuierliche Aufwärtsentwicklung des Gesamtjahres fort. Waren die Verkäufe an Gewerbetreibende und Flottenkunden zur Jahreshälfte noch mit 9,1 Prozent im Plus, kletterte das Wachstum in diesem Segment in der Jahresbilanz auf 14,6 Prozent im Vergleich zum Gesamtjahr 2018. Allerdings fließt in diese Entwicklung auch ein, dass die Flottenkunden in der zweiten Hälfte des Jahres 2018 wegen der WLTP-Engpässe weniger Autos zulassen konnten.

Das laut Dataforce „bemerkenswerte Wachstum“ im Flottenmarkt hat zu einem neuen Verkaufshöchststand in diesem Segment geführt. Im Gesamtjahr wurden erstmals mehr als 900.000 Neuwagen an Firmen abgegeben (938.315 Einheiten). Von der Entwicklung profitiert haben dabei fast alle Marken, bei 27 von 30 untersuchten Fabrikaten stieg der Flottenabsatz. Gewinner im Flottengeschäft sind die Marken Mercedes und Seat. Die Premiummarke schob sich an BMW vorbei auf Platz zwei der gewerblichen Zulassungen, Seat kletterte auf Platz acht und verdrängte Renault.

Mit dem Wachstum des Flottenmarktes konnte der Privatmarkt bei weitem nicht mithalten – im Gegenteil. Immerhin legten auch die privaten Zulassungen im Dezember um 1,2 Prozent zu. Auf das Gesamtjahr gesehen ist der Privatmarkt aber leicht im Minus (-0,4 %). Zur Jahresmitte war das Privatkundengeschäft sogar noch 4 Prozent im Minus.

Privatkunden greifen zu Transportern

Bemerkenswerterweise unterscheiden sich die Zahlen des Transportermarkts im Dezember in einigen Punkten klar vom Gesamtmarkt. In der Sonderstatistik von Dataforce, in der die Neuzulassungen leichter Nutzfahrzeuge und Pkw-Utilities betrachtet werden, hat sich die Privatkunden-Nachfrage (+10,7 %) deutlich besser entwickelt als das Flottenkundengeschäft (+5,1 %).

Einen wesentlichen Anteil am Wachstum des Transportermarkts (+9,1 %) haben aber auch hier die Eigenzulassungen des Handels. Sie kletterten um 38,6 Prozent. Erstaunlicherweise hatten die Hersteller dagegen in diesem Fahrzeugsegment wenig Handlungsbedarf, die Zahl ihrer taktischen Zulassungen sank um 27,2 Prozent.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«