Neuzulassungen Absturz der wirtschaftlich lohnenswerten Kanäle

Von Andreas Grimm 1 min Lesedauer

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Die Zulassungszahlen im November sind auf dem Papier nur leicht gesunken. Doch die Zahlen sind geschönt, verschiedene Sondereffekte überlagen den deutlichen Absturz der Nachfrage.

Triste Stimmung in den Verkaufsabteilungen: Die Neuwagen-Nachfrage bleibt aus.(Bild:  Grimm – VCG)
Triste Stimmung in den Verkaufsabteilungen: Die Neuwagen-Nachfrage bleibt aus.
(Bild: Grimm – VCG)

Der deutsche Neuwagenmarkt ist im November in der Depression versunken. Die echte Nachfrage ist dramatisch schlecht, wie aus der Analyse der Zulassungszahlen durch die Marktforschung Dataforce hervorgeht. Denn sowohl die private Nachfrage als auch die gewerblichen Neuzulassungen – also die „wirtschaftlich lohnenswerten Kanäle“ – waren im elften Monat des Jahres deutlich rückläufig. Dafür haben die Eigenzulassungen der Hersteller wie des Handels sowie das Vermietergeschäft deutlich zugelegt.

Besonders bitter ist die Entwicklung der Privatkunden-Nachfrage. Die Zahl der Neuanmeldungen von privat sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 9,3 Prozent. In diesem Segment schlägt sich die Verunsicherung der Verbraucher durch die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen besonders stark nieder. Aber auch die Firmen sind zunehmend vorsichtig, in Autos zu investieren. Der Gewerbekundenmarkt verlor 4,9 Prozent seiner Neuzulassungen.

Dass der Neuwagenmarkt im November letztlich nur leicht verloren hat, liegt am starken Anstieg der Sonderkanäle (+13,0 %). Besonders auffällig ist der Fahrzeughandel, der um 16,0 Prozent gewachsen ist. Der Fahrzeugbau steigerte die Zulassungstätigkeit gleichzeitig um 7,4 Prozent. Taktische Zulassungen lassen sich zusätzlich gerne über Sonderangebote an Vermieter realisieren. Folglich ist ein Anstieg bei den Autovermietern um 12,8 Prozent nicht überraschend und passt ins aktuelle Bild.

Relativierend zu erwähnen ist allerdings, dass im November 2024 im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Arbeitstag weniger zur Verfügung stand. Trotzdem „manifestiert sich das Bild eines schwächelnden Marktes“, bilanziert Dataforce. Die Marktbeobachter rechnen damit, dass die vielen Eigenzulassungen mittelfristig mit starken Rabatten auf den Markt kommen – und damit die Preise unter Druck geraten.

Hersteller pushen die Hybride

Erwähnenswert ist, dass unter den Eigenzulassungen viele Hybride sind. Hinter dem grundsätzlichen starken Absatzplus der Voll- und Mildhybride (+80 %) verbergen sich ungewöhnlich hohe Wachstumsrate im Fahrzeugbau (+290 %) und bei den Autovermietern (+175 %), aber auch im Autohandel (+69 %). Dagegen entsprang das Plus der Plug-in-Hybride (+14 %) den „lohnenden“ Kanälen: dem Privatmarkt (+26 %) sowie den Firmenzulassungen (+26 %). Eigenzulassungen gab es für diese Antriebsart kaum.

Elektroautos verloren im November erstmals wieder zweistellig mit –22 Prozent. Das ist allerdings nicht überraschend, da viele Hersteller sie erst nächstes Jahr in ihren Bilanzen sehen möchten und daher Auslieferungen entsprechend aufschieben. Im Privatmarkt gaben die Stromer entsprechend um 57 Prozent nach. Dieser Absturz ist jedoch auch eine Folge des statistischen Basiseffekts, sprich den hohen Zulassungszahlen im Vorjahr wegen des nahenden Endes der E-Auto-Förderung.

Transportermarkt weiterhin im Plus

Im Vergleich zum Pkw-Markt kommt das Transportergeschäft besser weg. Die Zahl der neu zugelassenen leichten Nutzfahrzeuge und Utilities hat im November sogar um 7 Prozent zugelegt. Das Absatzplus speist sich dabei einerseits aus dem Privatmarkt, der um 19 Prozent wuchs. Aber auch der volumenstärkere Flottenmarkt steigerte die Neuzulassungen um 5 Prozent.

Zudem stützte auch der Handel die Nachfrage mit einer deutlichen Ausweitung der Transporter-Eigenzulassungen um 19 Prozent. Dagegen senkten die Hersteller ihre Eigenzulassungen um ein Viertel; auch die Autovermieter nahmen weniger Modelle ab (–9 %). Bei den Kraftstoffarten konnten alle zulegen, selbst Elektro (+3 %). Was aber besonders auffällt sind, +45 % bei den Benzinern.

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