Die Zulassungszahlen fallen wieder, im November fuhr der Markt im Rückwärtsgang. Bemerkenswert ist die Spreizung der Entwicklung etablierter Marken zwischen Absatzverdopplung und Absatzhalbierung.
Der deutsche Neuwagenmarkt lahmt wieder. Im November gingen die Neuzulassungen um 0,5 Prozent zurück.
(Bild: Grimm - VCG)
Der deutsche Neuwagenmarkt hat im November wieder in den Rückwärtsgang geschaltet. Für den zurückliegenden Monat weist das Kraftfahrt-Bundesamt ein Zulassungsminus von 0,5 Prozent aus. Den Angaben zufolge registrierten die Zulassungsstellen noch 244.544 Neuzulassungen. Damit ist der Oktoberaufschwung (+6,0 %) bereits wieder Geschichte.
Im Gesamtjahr summierten sich die Neuzulassungen auf 2.592.610 Einheiten. Das ist auf Jahressicht ein Minus von 0,4 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. Damit wird der Gesamtmarkt in diesem Jahr wohl auch im Minus enden, denn kurzfristig ist keine Belebung der Nachfrage in Sicht. Im Gegenteil: Die Konjunktur schwächelt, und die schlechten Nachrichten aus der Wirtschaft häufen sich. „Insgesamt bleibt der Neuwagenmarkt damit im Krisenmodus – nun schon im fünften Jahr in Folge“, bilanziert Constantin Gall, Leiter Mobility bei EY für die Region Westeuropa.
Ob es im kommenden Jahr aufwärts geht, steht noch in den Sternen. Der Importeursverband VDIK rechnet – im Idealfall – mit etwa 2,85 Millionen Neuzulassungen, das wären dann nur unwesentlich mehr als im laufenden Jahr. Der ZDK ist deutlich pessimistischer und erwartet nur rund 2,7 Millionen Verkäufe. Gleichzeitig hängt die Entwicklung wesentlich davon ab, was sich bei der Elektromobilität entwickelt. Springt die Nachfrage nicht an, könnte der Gesamtmarkt sogar weiter auf dann 2,7 Millionen Einheiten sinken, befürchtet der VDIK in einer aktuellen Prognose.
Etwas Hoffnung gibt derzeit die Entwicklung des Auftragseingangs. Laut dem Verband der Automobilindustrie ist die Zahl der Bestellungen aus dem Inland im November um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Nach elf Monaten legten die Inlandsaufträge demnach um 10 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum zu. Zuvor waren die Auftragseingänge fast zwei Jahre lang durchgehend gesunken.
Mieses Privatkundengeschäft
Sorge bereitet dem ZDK derzeit der Zustand des Privatkundengeschäfts. Die Neuzulassungen in dieser Kundengruppe seien um 9,3 Prozent gefallen, heißt es in einer Analyse des Verbands. „Aktuell wird das Kaufverhalten stark durch die herausfordernde wirtschaftliche Lage mit drohenden Arbeitsplatzverlusten beeinflusst“, sagte Thomas Peckruhn, ZDK-Vizepräsident und Sprecher des Fabrikatshandels in Deutschland. Die Kunden seien beim Neuwagenkauf zurückhaltend und würden stattdessen ihre vorhandenen Autos weiterfahren.
Das zweite Sorgenkind bleiben die Elektro-Zulassungen. Die 35.170 Zulassungen von BEV-Fahrzeugen bedeuten im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Rückgang um knapp 22 Prozent. Im gesamten Jahresverlauf haben die BEV-Zulassungen sogar um 26 Prozent auf 347.100 Neuzulassungen nachgegeben – hier machen sich verschiedene Vorzieheffekte des Vorjahres wegen auslaufender Förderungen bemerkbar.
Unter dem Strich zeigt sich jedoch, dass im BEV-Markt „dringend positive politische Signale nötig sind, um die E-Mobilität wieder in Schwung zu bringen“, so Peckruhn. Der ZDK fordert unter anderem einen niedrigeren Ladestrompreis und den weiteren Ausbau der Schnelllader im öffentlichen Raum. Auch Constantin Gall sieht noch große Herausforderungen, die breite Masse der Bevölkerung vom Elektroauto zu überzeugen, wobei niemand wisse, „ob und wann die Nachfrage wieder anspringt“. Fakt ist: Binnen eines Jahres ist der BEV-Anteil an den Neuzulassungen von 18 auf 12,4 Prozent gesunken.
Toyota verdoppelt den Absatz, Tesla halbiert sich
Diese Problematik schlägt sich ganz deutlich auch in der Zulassungsentwicklung der Fabrikate nieder. Tesla ist einmal mehr der große Verlierer, die Neuzulassungen der US-Marke haben sich mehr als halbiert (-55,1 %). Und auch Great Wall mit den Marken Wey und Ora (-54,2 %) sowie MG kämpfen schwer mit der Elektrozurückhaltung (- 42,8 %). Ebenso leitet der Neustart von Smart (-42,6 %) unter mangelnder Spannung. Aber es geht auch anders: BYD legte 23 Prozent zu, kommt aber dennoch nur auf 431 Neuzulassungen und einen Marktanteil von 0,2 Prozent.
Stand: 08.12.2025
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Die Erfolgsmarke des Monats aber ist Toyota. Die Japaner steigerten den Absatz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 104,5 Prozent. Auch Peugeot schreibt weiter ungewöhnlich viele Neuzulassungen (+78,5 %). Die Schwestermarke Citroën kann da trotz guter Werte (+16,9 %) nicht mithalten – und Opel (-7,5 %) sowieso nicht. Ebenfalls stark entwickelt haben sich im November zudem Porsche (+16,8 %) und einmal mehr Skoda (+16,5 %).