Neue Marken Ägyptisches Elektroauto soll 2024 starten

Von Jens Rehberg

Nachdem eine Kooperation mit einem chinesischen OEM gescheitert ist, arbeitet ein ehemaliger ägyptischer Autoproduzent jetzt mit FEV aus Aachen zusammen. Ägypten will künftig selber Elektroautos bauen.

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Nasco-CEO Hany El-Kholy (links) und FEV-Vice-President Michael Hog bei der Vertragsunterzeichnung im ägyptischen Ministerium für den öffentlichen Wirtschaftssektor.
Nasco-CEO Hany El-Kholy (links) und FEV-Vice-President Michael Hog bei der Vertragsunterzeichnung im ägyptischen Ministerium für den öffentlichen Wirtschaftssektor.
(Bild: Nasco/FEV)

FEV und die El Nasr Automotive Manufacturing Company (Nasco) kooperieren bei der Entwicklung eines Elektrofahrzeugs, das ab 2024 in Ägypten gefertigt werden soll. Wie der deutsche Entwicklungsdienstleister in der vergangenen Woche mitteilte, wurde vereinbart, dass FEV unter anderem Lieferantenverhandlungen durchführt, ein lokales Zulieferernetzwerk aufbaut und auch das Produkt – eine Limousine mit rein batterieelektrischem Antrieb – entwickelt.

„Wir freuen uns über die Partnerschaft mit Nasco und das entgegengebrachte Vertrauen. Wir sehen in Nordafrika ein hohes Potential bei der Entwicklung von nachhaltigen E-Fahrzeugen und streben an, die Expertise in diesem Bereich vor Ort auszubauen“, wird FEV-Chef Stefan Pischinger in der Presseerklärung zitiert.

Chinesische Lieferanten waren zu teuer

Für das Projekt hatte Nasco im vergangenen Jahr laut internationalen Presseberichten zunächst mit einem chinesischen Autobauer verhandelt. So hatten die Ägypter bereits eine kleine Flotte von Elektroautos aus der Produktion der Dongfeng Motor Corporation in dem nordostafrikanischen Land getestet und mittelfristig ein entsprechendes jährliches Produktionsvolumen von 25.000 Einheiten angepeilt.

Die E-Fahrzeuge hätten zu einem Preis von umgerechnet gut 17.000 Euro verkauft werden und vorrangig als Ersatz für Verbrenner-Taxis eingesetzt werden sollen. Parallel dazu hatte das ägyptische Ministerium für Elektrizität angekündigt, 3.000 Schnellladestationen (50 kW) in dem Land zu installieren.

Zum Jahresbeginn war die Kooperation zwischen Nasco und Dongfeng laut ägyptischen Presseberichten aber in den Preisverhandlungen über die aus China zuzuliefernden Batteriezellen gescheitert. So kam schließlich FEV zum Zug.

Seit 13 Jahren keine Produktion mehr

Nasco hatte seit 1961 vor allem Fiat-Modelle in Lizenz gefertigt. In der Spitze baute der Hersteller in den 1980er Jahren mit bis zu 10.000 Beschäftigten knapp 20.000 Einheiten im Jahr, die in Ägypten, aber auch in den Nachbarstaaten, vermarktet wurden. 2009 wurde die Pkw-Fertigung im Zuge der Finanzkrise jedoch eingestellt und die Belegschaft von 1.000 auf nur noch rund 300 Beschäftigte reduziert. Seit 2013 ist das Unternehmen dem ägyptischen Ministerium für Militärproduktion unterstellt.

Ein FEV-Sprecher sagte auf Anfrage, die Infrastruktur im Nasco-Werk werde derzeit modernisiert und auf die Produktion von BEVs ausgelegt. Gleichzeitig werde die Personaldecke hochgefahren und die Mitarbeiter entsprechend geschult. Einem Neustart der Fertigung bei Nasco im übernächsten Jahr sehe FEV optimistisch entgegen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte FEV gemeinsam mit dem Joint-Venture-Partner UTAC den Bau eines Automobilentwicklungs- und Testzentrums in Marokko bekanntgegeben.

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