Älteste ausländische Daimler-Niederlassung verkauft

Autor Dr. Dominik Faust

Ende November hat der größte Mercedes-Händler der Schweiz fünf Betriebe der ehemaligen Daimler-Niederlassung im Großherzogtum Luxemburg übernommen.

Die Mercedes-Niederlassung in Luxemburg (hier der Standort Hollerich) ist am 30. November an die Merbag übergegangen.
Die Mercedes-Niederlassung in Luxemburg (hier der Standort Hollerich) ist am 30. November an die Merbag übergegangen.
(Bild: „Luxemburger Wort“/Guy Jallay)

Am vergangenen Donnerstag ist ein Kapitel deutscher Autohandelsgeschichte zu Ende gegangen: Die älteste Auslandsvertretung von Daimler, die Niederlassung in Luxemburg, ging am 30. November endgültig an den größten Mercedes-Händler der Schweiz über. Die Merbag-Gruppe hatte die Niederlassung im Sommer gekauft. Sie wächst damit um rund 600 Mitarbeiter auf über 2.000 Beschäftigte. Zu den 33 Standorten der Firmengruppe in der Deutschschweiz, in der Romandie und im Tessin kommen nun 5 in Luxemburg.

Wie eine Sprecherin des Herstellers auf Anfrage von »kfz-betrieb« sagte, reichen die Wurzeln von Mercedes im Großherzogtum zurück bis ins Jahr 1906. Damals erhielt Firmengründer Jean Wagner Senior das Vertriebsrecht der von Carl Benz in Mannheim gegründeten Benz & Cie. AG. Bis heute heißt der Standort in der Diekirchner Industriestraße 17 auch „Garage Jean Wagner“.

Als die Benz & Cie. AG am 1. Juli 1926 mit der Daimler Motoren-Gesellschaft (DMG) zur Daimler-Benz AG fusionierte, bekam Jean Wagner Junior vom neuen Unternehmen das Recht, Fahrzeuge mit dem Stern in Luxemburg zu vertreiben. 71 Jahre später erwarb der Konzern 60 Prozent der Anteile der mittlerweile unter Meris & Cie firmierenden Gesellschaft. Diese wurde in Mercedes-Benz Luxembourg S.A. geändert. In den folgenden Jahren stockte Daimler die Anteile weiter auf. Von Juli 2016 bis Juli 2017 waren die Stuttgarter hundertprozentiger Anteilseigner.

Dass der Hersteller seine Niederlassung in Luxemburg 20 Jahre nach seinem Einstieg an seinen größten Handelspartner verkauft, ist kein Zufall. Es ist vielmehr eine erkennbare Strategie der Daimler AG, zur Konsolidierung des Händlernetzes beizutragen. So hat der Konzern erst vor zwei Jahren durch den Verkauf von 18 Standorten in Ostdeutschland an Stern Auto den größten Mercedes-Benz-Händler Deutschlands geschaffen. Der wiederum gehört zu einhundert Prozent dem weltgrößten Mercedes-Benz-Händler, der LSH-Gruppe in China.

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