Agenturvertrieb
Alles offen bei Stellantis
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In der Hersteller-Händler-Beziehung hat Stellantis in den Pilotmärkten für den Agenturvertrieb schon jede Menge Porzellan zerschlagen. Spät kommt die Erkenntnis, dass die Agentur wohl kaum mehr den ursprünglich erwarteten Nutzen für den Konzern einbringen kann. Jetzt hängt einiges in der Luft.
Partnervertragslaufzeiten, die Einführung einer neuen CI-Stufe, der Neustart der Marke Lancia – alles hing am Umstellungstermin für das umstrittene Agenturkonzept von Stellantis in Deutschland im Jahr 2025. Dass die Konzernniederlassung in Rüsselsheim letztlich die Notbremse zog und den Systemwechsel auf unbestimmte Zeit verschob, lag wohl nicht zuletzt am unterirdischen Verlauf der Implementierung der Agentur in einigen Pilotmärkten. Die deutschen Händlervertreter, die seit geraumer Zeit ihr Bestes geben, die Vertragsgrundlage für das geplante Agenturmodell zu entschärfen, dürften keine Gelegenheit ausgelassen haben, dem Hersteller die Mängel des Konzepts im laufenden Betrieb aufzuzeigen. Zudem hat der Konzern offenbar erkannt, dass eine Umstellung nicht mehr den ursprünglich erwarteten Nutzen bringen würde. Überproduktion, hohe Zinsen und Kunden, die Autos nach wie vor im Autohaus und nicht im Internet kaufen wollen, sind keine guten Rahmenbedingungen für die Agentur.
Monatelang hatten Herstellervertreter geradezu gebetsmühlenartig auf eine kurz bevorstehende Einigung mit den drei hauptsächlich involvierten deutschen Händlerverbänden in Sachen Agenturvertrag hingewiesen. Anfang Juli kam dann das offizielle Eingeständnis von Stellantis Deutschland, entweder nicht fähig oder nicht willens zu sein, den Agenturvertrieb hierzulande Mitte kommenden Jahres einzuführen. Einen neuen Termin gibt es nicht. Wohl auch deshalb, weil die drei an den Verhandlungen beteiligten Händlerverbände in Rüsselsheim durchgesetzt hatten, dass die Umstellung hierzulande erst dann passieren darf, wenn eine Reihe von Testbetrieben (die nicht dem Niederlassungsnetz angehören) uneingeschränkt grünes Licht gibt. Dabei müssen die Verbände der Auswahl der Testbetriebe zustimmen, sodass ein maximal objektives Urteil über den Stand der prozessualen Rahmenbedingungen für den geplanten Agenturverkauf gewährleistet ist. Aktuell gehen die deutschen Stellantis-Partner davon aus, dass das neue Agenturmodell – wenn überhaupt – nicht vor 2027 startet. Denn der Hersteller hat die Händlerverträge für die Stellantis-Premium- und Nutzfahrzeugmarken angepasst, sodass nun alle Partnerverträge hierzulande eine einheitliche Laufzeit bis Ende 2026 haben.
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