Online-Fahrzeugbörsen Angebotspreise brechen erneut Rekorde

Von Yvonne Simon

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Die Kurve steigt weiter: Auch im August verzeichneten die beiden großen Gebrauchtwagen-Marktplätze Mobile.de und Autoscout 24 Rekordpreise in den Inseraten von Automobilhändlern. Bei einer Antriebsart kletterten die Summen besonders stark.

Derzeit wechseln verstärkt ältere Fahrzeuge den Besitzer.(Bild:  Richter)
Derzeit wechseln verstärkt ältere Fahrzeuge den Besitzer.
(Bild: Richter)

Gebrauchtwagen sind teurer denn je. Sowohl Mobile.de als auch Autoscout 24 melden für den zurückliegenden Monat neue Rekordwerte, wie aus Mitteilungen der beiden Online-Plattformen hervorgeht.

Bei Mobile.de boten Händler Gebrauchtwagen im Schnitt für 32.277 Euro an. Im Vergleich zum August 2021 bedeutet das einen Anstieg um 18,8 Prozent. Seit Beginn der Auswertung 2009 haben die Preise damit erneut einen Rekord geknackt.

Beim Konkurrenten Autoscout kletterten die Preise im August auf 27.559 Euro – ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch hier handelt es sich um ein Allzeithoch.

Mobile.de wirft einen Blick auf die verschiedenen Segmente: Bei den Vans stiegen die Angebotspreise im Schnitt um 18,7 Prozent auf 27.011 Euro, in der Oberklasse um 10,1 Prozent auf 78.624 Euro.

Für Minis verlangten die Verkäufer 18,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat (11.990 Euro), gleichzeitig gehörten sie zu den Fahrzeugen, die mit 69,6 Tagen im Schnitt mit am kürzesten auf dem Hof der Händler standen. Außerdem ist der Markt für die Kleinstwagen am stärksten geschrumpft: Die Anzahl der Inserate ging um 22,7 Prozent zurück.

Mobile beobachtet zudem eine Tendenz zu älteren Fahrzeugen: Pkw wechselten im Schnitt im Alter von 43,9 Monaten den Besitzer (+ 9,1 % ggü. Vorjahr). „Auf einem ähnlich hohen Altersniveau waren Gebrauchtwagen mit im Schnitt 44,2 Monaten zuletzt im September 2020“, kommentiert Martin Fräder, Head of Sales bei Mobile.

Das geringste Durchschnittsalter hatten Fahrzeuge aus zweiter Hand im Februar 2020 vor Beginn der Pandemie mit 40,1 Monaten. „Spätestens seit März dieses Jahres sind Gebrauchtwagen wieder kontinuierlich älter geworden”, so Fräder weiter.

Dazu passt auch die Entwicklung der Kilometerstände: Die betrugen im Schnitt 51.320 Kilometer – ein Plus von 10 Prozent im Vergleich zu August 2021. Die Standtage sanken währenddessen von 95,3 auf 83,3 Tage.

Starker Preisanstieg bei E-Autos

Die Auswertung von Autoscout 24 nimmt auch die Antriebsarten ins Visier: Gerade bei Elektroautos legt die Preiskurve eine steile Entwicklung hin: Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Angebotspreise um 39 Prozent auf 49.540 Euro. Zum Vergleich: Diesel-Fahrzeuge verteuerten sich um 18 Prozent, Benziner um 20 Prozent. Bei den Hybriden legten die Preise um 16 Prozent zu.

Wie es mit den Preisen weitergeht, ist derzeit schwer abzusehen, erklärt Stefan Schneck, Vertriebschef Deutschland bei Autoscout 24: „Im Jahresverlauf werden weitere Faktoren hinzukommen, welche eine Prognose erschweren, da sie eine teils preissenkende und teils preissteigernde Auswirkung haben können. Stichworte sind hier die allgemeine Inflation, aber auch Engpässe bei den Gaslieferungen, die sich bereits mehr und mehr abzeichnen und sich auf die Kaufkraft seitens Verbraucher auswirken könnten.”

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