Anwaltsnetzwerk hilft Kfz-Betrieben

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Christoph Baeuchle

Die Kfz-Innung Region Stuttgart will es Meisterbetrieben erleichtern, sich bei Problemen zu wehren. Dafür hat sie nun ein Anwaltsnetzwerk gegründet.

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Führungsteam der Kfz-Innung Region Stuttgart: Obermeister Torsten Treiber (li.) und Geschäftsführer Christian Reher.
Führungsteam der Kfz-Innung Region Stuttgart: Obermeister Torsten Treiber (li.) und Geschäftsführer Christian Reher.
(Foto: Innung)

Werkstatt, Teile, Unfallreparaturen – drei Felder auf denen sich in einem Kraftfahrzeugbetrieb Geld verdienen lässt. Drei Felder, denen bei der Regionaltagung der Kfz-Innung Region Stuttgart deswegen die besondere Aufmerksamkeit gehört: Wer sich kümmert, kann auch in sinkenden Märkten mehr Geschäft machen, sagte Marketingexperte Erwin Wagner – wobei kümmern von der HU-Untersuchung über Smart-Repair bis zum Reserve-Öl-Liter im Kofferraum reicht und zum optimierten Angebot in der Werkstatt reicht.

Wer Teile verkauft, kann mit 15 bis 20 Prozent des Umsatzes 50 bis 60 Prozent Rohertrages machen, sagte Michael Ziegler, Geschäftsführer der Schwabengarage. Und wer gleich Kunden und Anwälte zusammenbringt, bekommt sein Geld zumindest teilweise im Voraus, versicherte Rechtsanwalt Joachim Otting. Die Innung nimmt das ernst: Sie hat jetzt ein Anwaltsnetzwerk gegründet.

Regionaltagung in Stuttgart: (v.li.) Thomas Höfle (stellv. Obermeister Innung Region Stuttgart), Joachim Otting (Branchenanwalt), Erwin Wagner (Marketingagentur für die Automobilwirtschaft), Michael Ziegler (Geschäftsführer Schwabengarage), Torsten Treiber (Obermeister) und Christian Reher (Geschäftsführer, beide Innung Region Stuttgart).
Regionaltagung in Stuttgart: (v.li.) Thomas Höfle (stellv. Obermeister Innung Region Stuttgart), Joachim Otting (Branchenanwalt), Erwin Wagner (Marketingagentur für die Automobilwirtschaft), Michael Ziegler (Geschäftsführer Schwabengarage), Torsten Treiber (Obermeister) und Christian Reher (Geschäftsführer, beide Innung Region Stuttgart).
(Foto: Innung)

Erst wird das Auto beim Unfall demoliert, dann versucht die Versicherung des Unfallverursachers den Geschädigten aufs Kreuz zu legen und die Werkstatt mit dazu. Auf diesen Punkt lässt sich bringen, warum die Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart jetzt dieses Anwaltsnetzwerk mit spezialisierten Anwälten gegründet hat. „Natürlich geht es ums Geld“, sagt Obermeister Torsten Treiber. Das Geld des Geschädigten, der Anspruch auf optimale Reparatur hat, und das Geld der Werkstätten, denen Versicherungen nach fachgerechter Reparatur einfach mal ein paar Euro aus den Rechnungen streichen, weil sie Leistungen als überflüssig erklären.

„Die Versicherer probieren es einfach“, stellt Otting klar. Beispiele gibt es genug: Sie reden Geschädigten ein, sie dürften keinen Rechtsanwalt oder Gutachter nehmen, und sie streichen Werkstätten einfach Posten aus der Rechnung. Das bekommen die Betriebe zu spüren: Auch wenn es sich scheinbar um geringe Beträge handelt, am Jahresende summieren sie sich schnell auf 10.000 Euro. „Die Versicherer kennen Sie ganz genau“, sagte Otting in Richtung der Innungsmitglieder bei der Tagung: „Die wissen, wer sich nicht wehrt und da machen die das immer wieder.“ Wer sich als Werkstattbetreiber wehre, merke dagegen nach kurzer Zeit, dass alle Rechnungen anstandslos bezahlt werden.

Mit dem Anwaltsnetzwerk ist es für Innungsbetriebe einfacher sich zu wehren. Hier setzt die Innung auf erprobte und gut geschulte Verkehrsrechtsanwälte. Sie tauschen untereinander ihre Erfahrungen zu neuen Trends aus und werden jährlich bei der Innung geschult. Vor allem aber: „Sie haben sich verpflichtet, nicht parallel auch für die einschlägigen Versicherer tätig zu sein“, sagt Geschäftsführer Christian Reher. Damit herrsche wieder Waffengleichheit.

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