Abgasuntersuchung ASA-Verband: Bis zu 15.000 Partikelzähler bis Jahresende

Von Steffen Dominsky

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Sowohl Produktion als auch Zulassung der neuen Partikelzähler laufen nicht wie geplant. Doch Werkstätten, die nicht bis spätestens 1.11. ein „PN-Gerät“ bestellt haben, dürfen ab dem 1.1.2023 keine AU mehr an Euro-6/VI-Diesel durchführen.

Die ab 1.1.2023 vorgeschriebene Partikelzählung bei Euro-6/VI-Dieselfahrzeugen kann nur mithilfe einer Übergangsregelung eingeführt werden.(Bild:  ZDK)
Die ab 1.1.2023 vorgeschriebene Partikelzählung bei Euro-6/VI-Dieselfahrzeugen kann nur mithilfe einer Übergangsregelung eingeführt werden.
(Bild: ZDK)

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) hat darüber informiert, dass es bei der Einführung der Partikelzählung für Euro-6/VI-Dieselfahrzeuge im Rahmen der AU zu einer sogenannten Übergangsregelung kommen soll. Wie berichtet wird die bereits zum 1.1.2021 geplante Einführung der neuen Partikelzählung („PN“-Verfahren) auch zum 1.1.2023 nicht planmäßig starten können – zumindest nicht flächendeckend. Allerdings hat das BMDV aktuell nur mitgeteilt, dass es eine Übergangsregelung geben soll. Wie lange diese gelten soll, möchte das Ministerium „voraussichtlich im Oktober“ in Form einer „restriktiv gefassten Regelung“ verkünden.

Beinhalten wird die Regelung, Stand heute, folgende Punkte:

  • Werkstätten, die zum 1.1.2023 bereits über ein PN-Gerät verfügen, müssen bei Euro-6/VI-Diesel eine PN-Messung durchführen.
  • Werkstätten, die zum 1.1.2023 nicht über ein PN-Gerät verfügen, dürfen bei Euro-6/VI-Diesel für den noch festzulegenden Zeitraum weiterhin eine Trübungsmessung durchführen, wenn sie eine bis zum 1.11. getätigte verbindliche Bestellung eines PN-Geräts schriftlich nachweisen können.
  • Die Bundesregierung behält sich vor, Verfahren zur stichprobenartigen Kontrolle festzulegen.

Bis zu 15.000 Geräte bis Jahresende

„Mit der Übergangsregelung trägt das Ministerium den massiven Liefer- und Beschaffungsproblemen für technische Komponenten Rechnung, die seit einigen Monaten im Markt herrschen und alle Gerätehersteller gleichermaßen betreffen“, sagt Harald Hahn, Leiter des Fachbereichs Abgasmessgräte und Diagnose im Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen (ASA). Denn, so Hahn weiter: „Zum 1. Januar kann keine 100-prozentige Geräteabdeckung im Markt erreicht werden.“

Doch wie viele Geräte benötigt der Markt überhaupt? Laut ASA haben die Prüforganisationen einem Bedarf von 12.000 bis 15.000 Geräten angemeldet. Und das Kfz-Gewerbe? Insgesamt gibt es rund 35.000 AU-berechtigte Kfz-Werkstätten. Wie viele davon sich ein PN-Gerät zulegen möchten, ist nicht bekannt. Eine Erhebung oder Ähnliches dazu gibt es leider nicht. Alle Gerätehersteller zusammen sehen sich in der Lage, bis Jahresende 11.000 bis 15.000 Geräte zu liefern. Die Stückzahlen ab Januar werden mit 2.000 bis 3.000 pro Monat beziffert. Vorausgesetzt der Baumuster- und Akkreditierungsprozess schreitet wie erhofft voran, so der ASA-Verband.

Jetzt schon bestellen?

Was aber, wenn er das nicht tut? Stand heute hat lediglich einer von elf Geräteherstellern eine Zulassung durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) für einen Partikelzähler erhalten. ASA-Verband und Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe raten Kfz-Betrieben aber dennoch, möglichst frühzeitig Geräte zu bestellen – unabhängig vom Status der Baumusterprüfung. Sollte ein Gerätehersteller bei der PTB-Abnahme aber scheitern, dürfte das die Zulassung seines Partikelzählers nicht um Wochen, sondern Monate nach hinten werfen.

Eine gute Gelegenheit für Werkstätten, sich über das Angebot von Partikelzählern zu informieren, ist die aktuell stattfindende Automechanika. „Alle Gerätehersteller werden dort ihre Produkte zeigen und Informationen zum Stand der Baumusterprüfung geben können“, sagt Harald Hahn. Interessant für Werkstätten in diesem Zusammenhang: Die meisten der neuartigen Partikelzähler arbeiten als sogenannte Stand-alone-Geräte. Das heißt, auch wenn man bereits eine AU-Station bzw. ein Opazimeter der Firma X hat, kann man vielfach durchaus ein PN-Gerät der Firma Y erwerben. Und: Neben bekannten Marken bieten auch bislang in der Abgastechnik unbekannte Player einen Partikelzähler an. Dazu gehören beispielsweise der RDKS-/TMPS-Spezialist Bartec, Prüfstandsanbieter Cosber und Großkonzern Continental.

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