Audi bestätigt die Auswechslung von vier Vorständen

Autor Christoph Seyerlein

Was schon länger kein Geheimnis mehr war, hat Audi nun offiziell verkündet. Vier der sieben Vorstände müssen ihren Posten räumen. Die Nachfolger kommen alle aus dem Volkswagen-Konzern.

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(Bild: Audi)

Audi hat Berichte aus den vergangenen Wochen bestätigt, wonach der Konzern seinen Vorstand grundlegend umbauen will. Wie die Ingolstädter am Montag bekannt gaben, bekommen vier der sieben Vorstandsressorts zum 1. September einen neuen Leiter. Darauf hat sich der Audi-Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung verständigt. Alle neuen Vorstände kommen aus dem Volkswagen-Konzern.

Neuer Audi-Vorstand für Vertrieb und Marketing wird Bram Schot. Der 56-Jährige folgt auf Dietmar Voggenreiter, der den Posten seit November 2015 inne hatte. Schot ist seit 2012 für den Vertrieb und das Marketing von Volkswagen Nutzfahrzeuge verantwortlich. Zu Volkswagen war er 2011 von Mercedes-Benz Italia gewechselt, wo er als Präsident und CEO tätig war.

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Im Ressort Finanzen folgt Alexander Seitz auf Axel Strotbek, der damit nach genau 10 Jahren im Amt seinen Posten räumen muss. Seitz ist seit 2013 Beschaffungsvorstand bei Volkswagen do Brasil. Seine Laufbahn hatte der 55-Jährige bei Daimler-Benz begonnen, bevor er 2005 als Konzern-Einkaufsleiter Powertrain bei Volkswagen eingetreten war.

Als Personalvorstand bei Audi agiert künftig mit Wendelin Göbel ein enger Vertrauter von Volkswagen-Chef Matthias Müller. Er löst Thomas Sigi ab, der seit dem 1. Oktober 2010 das Ressort geleitet hatte. Der 53-jährige Göbel war zwischen 2007 und 2015 Volkswagen-Generalsekretär. Zuvor war er in gleicher Funktion vier Jahre lang bei Audi tätig. Erfahrungen in Ingolstadt hat Göbel auch schon im Audi-Einkauf gesammelt.

Mit Peter Kössler bekommt zudem der Bereich Produktion und Logistik einen neuen Vorstand. Ihm muss Hubert Waltl weichen, der die Position am 1. April 2014 übernommen hatte. Kössler war bislang Chef des Audi-Werks im ungarischen Györ. Zuvor leitete der 58-Jährige zwischen 2007 und 2015 das Audi-Stammwerk in Ingolstadt.

Den abgelösten Vorständen wurden intern Fehlplanungen, nicht eingehaltene Zusagen und der weltweite Rückgang der Verkäufe vorgeworfen. Der immer wieder kritisierte Audi-Chef Rupert Stadler bleibt aber weiter im Amt. Ihm sollen nach wie vor die Eigentümer-Familien Porsche und Piëch den Rücken stärken.

Stadler: Kritische Reflexion wichtig

Stadler selbst dankte in einer Mitteilung seinen vier bisherigen Vorstandskollegen. Jedoch sei die kritische Reflexion der aktuellen Situation mit dem Aufsichtsrat äußerst wichtig gewesen, betonte er. „Jetzt ist es unser gemeinsames Ziel, mit dem neuen Vorstandsteam und einer starken Belegschaft die Weichen für die Zukunft zu stellen und die Transformation zu E-Mobilität, Digitalisierung und Mobilitätsdienstleistungen konsequent voranzutreiben“, so Stadler. Ähnlich äußerte sich Audi-Aufsichtsratschef Matthias Müller, der zugleich Volkswagens Vorstandsvorsitzender ist. Er dankte den geschassten Managern ebenfalls, merkte aber auch an, dass Audi „zuletzt durch eine schwierige Phase gegangen“ sei.

Audi-Gesamtbetriebsratschef Peter Mosch sagte: „Die vergangenen Wochen zeigen, dass der offene und kritische Dialog eine wesentliche Basis für die Zukunft von Audi ist.“ Er forderte vom Unternehmen eine konsequente Ausrichtung, die optimale Auslastung der Werke und in der „anstehenden Transformation“ des Autobauers eine nachhaltige Balance zwischen unternehmerischen Erfolg und den Belangen der Mitarbeiter.

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