Audi- und VW-Händler bauen für Millionen neu

Von Dr. Martin Achter

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Gohm & Graf Hardenberg sowie die Hoppmann Autowelt investieren knapp 14 Millionen Euro in Neubauten für Audi und VW. Gerüchte über Einschnitte im Audi-Netz schrecken die Partner nicht.

Hoppmann Autowelt stellt sich am Standort Herborn mit der Marke Audi neu auf. Der Entwurf zeigt, wie der Audi-Terminal in der hessischen Stadt künftig aussehen wird.(Foto:  Hoppmann Autowelt)
Hoppmann Autowelt stellt sich am Standort Herborn mit der Marke Audi neu auf. Der Entwurf zeigt, wie der Audi-Terminal in der hessischen Stadt künftig aussehen wird.
(Foto: Hoppmann Autowelt)

Die Autohäuser Hoppmann und Gohm & Graf Hardenberg investieren Millionen in Neu-, Um- und Erweiterungsbauten für die Marken Audi und VW. Gohm & Graf Hardenberg mit Sitz in Singen baut am Bodensee-Standort Konstanz komplett neu, wie Geschäftsführer Thomas Bitz im Gespräch mit »kfz-betrieb« sagte. Insgesamt 12,5 Millionen Euro gibt die Tochter der Graf-Hardenberg-Gruppe demnach aus für ein 13.500 Quadratmeter großes Grundstück, die neuen Gebäude für die Markenwelten von Audi und VW sowie die Geschäftsausstattung. „Es handelt sich um die größte und bedeutendste Investition seit Bestehen der Gruppe“, betonte Bitz.

Für Gohm & Graf Hardenberg bedeutet der Neubau in Konstanz eine Betriebsverlagerung am Standort. Der bisherige Betrieb, der in den fünfziger Jahren eröffnete, liegt nahe der Innenstadt. Nun wechselt die Gruppe in ein Industriegebiet und errichtet dort Gebäude nach dem Audi-Terminal-Konzept und dem VW-Modulstandard. Baubeginn könnte bereits in den kommenden Wochen sein, die Fertigstellung im Laufe des kommenden Jahres.

Der Audi-Schauraum von Gohm & Graf Hardenberg wird künftig 500 Quadratmeter Ausstellungsfläche bieten, der VW-Schauraum 600 Quadratmeter. Insgesamt 4.500 Quadratmeter will das Handelsunternehmen überbauen. Für beide Marken wird es künftig zudem einen separaten Gebrauchtwagenstellplatz geben. Gohm & Graf Hardenberg setzt an dem neuen Standort die Gebrauchtwagenprogramme Audi-Gebrauchtwagen-Plus und Weltauto von Volkswagen um.

„Die größere Standfläche am neuen Standort wird dazu führen, dass wir mehr verkaufen können“, sagte Geschäftsführer Bitz. In Konstanz verkaufte Gohm & Graf Hardenberg im vergangenen Jahr rund 350 Neuwagen und ähnlich viele Gebrauchtfahrzeuge der Marken VW und Audi. Am neuen Standort ist ein Absatz von 210 neuen VW und 180 Audi geplant. Der Gebrauchtwagenverkauf soll ein Fünftel höher liegen als der Neuwagenabsatz. In den kommenden drei Jahren will das Unternehmen in Konstanz bis zu zehn neue Mitarbeiter einstellen.

Umsetzung des Terminal-Konzepts

Hoppmann Autowelt mit Sitz im nordrhein-westfälischen Siegen baut seinen Audi-Standort im hessischen Herborn nach dem Terminal-Konzept um. Die Investitionskosten für den Erweiterungsbau belaufen sich auf 1,3 Millionen Euro, wie Geschäftsführer und ZDK-Vorstandsmitglied Bruno Kemper »kfz-betrieb« sagte. Der vorhandene Ausstellungsraum für die Marke mit den vier Ringen werde völlig neu aufgebaut. Die Investition ziele darauf ab, an dem Standort den Anforderungen des Herstellers nach Markenexklusivität gerecht zu werden.

Die Abbrucharbeiten an der bisherigen Immobilie laufen schon, im Februar soll der neue Audi-Schauraum eröffnet werden. Mit dem Umbau wird Hoppmann Autowelt am Standort Herborn auch Gebrauchtwagen-Plus-Partner von Audi. Das Unternehmen schafft eine entsprechende Ausstellungsfläche. Hoppmann Autowelt rechnet am Standort Herborn (VW und Audi) in diesem Jahr mit einem Verkauf von 300 Neuwagen und 360 Gebrauchtwagen.

Kürzlich hatten Gerüchte für Unruhe unter Audi-Händlern gesorgt, Audi treibe einen Prozess zur drastischen Verringerung der Zahl seiner Vertragspartner voran. Die Zahl der Partnerunternehmen könnte nach Angaben aus Branchenkreisen von derzeit rund 330 auf um die 110 sinken. Audi bezeichnet die Angaben als „Spekulationen“ und verweist lediglich auf eine allgemeine Tendenz der Konzentration unter den Unternehmen im Automobilhandel sowie darauf, dass sich die Zahl der Audi-Handelsstandorte nach Einschätzung des Herstellers im Wesentlichen nicht ändert. Auch der Händlerverband fürchtet keine drastischen Einschnitte.

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