Der Audi Q5 bleibt auch in seiner dritten Generation, was er war: ein hochkomfortables Reiseauto, das auch unter den widrigsten Umständen abliefert. Nur in Sachen Bedienung führt es seine aktuellen Kunden auf einen Irrweg.
Drehmomentstarker Diesel, Allradantrieb, griffige Pirelli-Winterreifen – auf Schnee macht dem Audi Q5 so schnell keiner etwas vor.
(Bild: Rosenow – VCG)
Woran merkt man als Motorjournalist, dass man alt wird? Wenn man schon die dritte Generation eines Fahrzeugmodells testen darf. Das fiel uns Anfang 2026 (nicht das erste Mal) auf anlässlich des Tests des Audi Q5 der neuen Baureihe GU, den wir ziemlich genau acht Jahre nach dem Vorgänger namens FY und immerhin 13 Jahre nach dem ersten Q5 der Baureihe 8R von Audi auf den Hof gestellt bekamen. Leute, wie die Zeit vergeht!
Doch Schluss mit der Nostalgie, jetzt volle Konzentration auf den Neuling. Der Q5 ist ein sehr wichtiges Modell für den Ingolstädter Autobauer, sodass es konzeptionell und stilistisch immer bei sich selbst bleiben muss. Vor allem in der Seitenansicht zeigt sich dann auch eine große Ähnlichkeit mit den ersten beiden Generationen. An der Front hingegen macht die moderne LED-Technik deutlich schmaler geschnittene Hauptscheinwerfer möglich, und am Heck trägt der Mittelklasse-SUV nun das heute obligatorische durchgehende Lichtband. Insgesamt jedoch wirkt der Q5 auch in der dritten Generation harmonisch und gefällig und verzichtet auf die optische Aggressivität, die den SUV-Modellen manch anderer Hersteller eigen ist.
Im Innenraum sind die Änderungen deutlich größer. Das Cockpit wird dominiert von zwei großen Bildschirmen, die in ein gemeinsames Gehäuse mit geschwungener Umrandung eingefasst sind. Das wirkt nach unserer Meinung attraktiver als die hart rechteckige Bildschirmlandschaft vieler anderer Autos – wirft jedoch in Sachen Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit die gleichen Probleme auf. Nicht so richtig zum Hauptbildschirm passen will auch das optionale, trapezförmig umrandete Beifahrerdisplay.
Bedienung ohne Hinschauen nahezu unmöglich
Auf „richtige“ Schalter verzichtet Audi aktuell komplett. Die meisten Funktionen werden über den Touchscreen gesteuert – immerhin bleibt die Fläche für die Heizungssteuerung permanent eingeblendet. Nur die lange Suche nach der Schaltfläche für die Lenkradheizung blieb ergebnislos – die hat der Audi nämlich nicht. Die Schaltflächen in den Lenkradspeichen und in dem Feld in der linken Türtafel sind hingegen komplett sensorbasiert. Die glänzende Plastikfolie gibt zwar leicht nach, um dem Fahrer ein haptisches Feedback zu ermöglichen, aber die Identifikation der einzelnen Schaltflächen ist trotzdem nur mit Hinschauen möglich.
Wie man hört, plant Audi zumindest im A6 und im elektrischen Q6 bereits nach nur gut einem Jahr Laufzeit eine Überarbeitung des Innenraums und die Rückkehr physischer Schalter zumindest in das Lenkrad. Das wäre auch dem im Innenraum baugleichen Q5 zu wünschen.
Hoher Komfort, aber etwas zu lauter Dieselmotor
Das Platzangebot auf den Vordersitzen ist sehr gut, auf der Rücksitzbank stoßen Personen über 1,80 aber schnell an die Lehnen der Vordersitze. War das beim Vorgänger auch schon so? Nun, auch vor acht Jahren attestierten wir dem Q5 bereits, „kein Raumwunder“ zu sein – der typische Aufbau der größeren Audi-Modelle mit ihrem längs eingebauten Motor lässt eben nicht mehr zu. Wer eine Familie mit größeren Kindern transportieren muss, der kaufe lieber ein Modell mit Quermotor wie den VW Tayron oder den Skoda Kodiaq.
Wer jedoch mit dem kompakten Innenraum leben kann, der findet mit dem Q5 einen perfekten Partner für praktisch alle Fahraufgaben. Der hervorragende Federungskomfort und das handliche Fahrverhalten überzeugen auf engen Landstraßen ebenso wie auf der Autobahn. Der Allradantrieb liefert verlässliche Traktion, die besonders beim Wintereinbruch Mitte Januar hochwillkommen war.
Nur bei der Bewertung des Motors kamen wir etwas ins Grübeln: Prinzipiell stellt der 150 kW/204 PS starke Diesel nach wie vor eine sehr gut zum Fahrzeugkonzept passende Kraftquelle dar. Allerdings wunderten uns im Vergleich zum Vorgänger unpassende Dröhnfrequenzen aus dem Motorraum, die vor allem bei niedrigen Geschwindigkeiten auftraten. Und der Verbrauch stellt mit durchschnittlich 7,4 Litern bei moderatem Autobahntempo keinen Fortschritt gegenüber dem Vorgängermodell dar. Ist beim Entwicklungspotenzial des Selbstzünders nach gut 100 Jahren nun das Ende erreicht? Zumal der neue Q5 auch größer und schwerer ist als sein direkter Vorgänger und auch nicht besonders strömungsgünstig (cW-Wert: =0,31). Rund 900 Kilometer Reichweite sind damit aber immer noch drin.
Und so bleibt der Q5, was er auch in den ersten beiden Generationen war: elegant, solide, kompetent – und teuer. 54.100 Euro Grundpreis ruft Audi für die Baureihe auf; Diesel und Allrad kosten zusammen 3.000 Euro Aufpreis. Der Testwagenpreis lag bei 74.570 Euro.
Aber auch das hat Tradition: 2013 kostete der Testwagen bereits etwa 62.000 Euro, 2018 über 70.000.
Stand: 08.12.2025
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