»kfz-betrieb« Auto-Check: Ay Caramba, Audi Q5!

Autor: Jan Rosenow

Viel kann man dem in Mexiko gebauten Audi Q5 der zweiten Generation nicht vorwerfen – außer, dass er schon fast zu perfekt ist. Besser kann man kaum Auto fahren, aber große emotionale Erlebnisse bleiben aus.

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Im unauffälligen Silbergrau sieht der Audi Q5 nicht nach 70.595 Euro aus. Aber so viel kostete der Testwagen.
Im unauffälligen Silbergrau sieht der Audi Q5 nicht nach 70.595 Euro aus. Aber so viel kostete der Testwagen.
(Bild: Jan Rosenow)

Das Mittelklasse-SUV Q5 ist eines der Erfolgsmodelle von Audi, und dementsprechend überschaubar fielen beim Modellwechsel vor einem Jahr die Änderungen aus. Befürchtungen, dass die Verlagerung der Produktion nach Mexiko etwas von der typischen Audi-Haptik und -Solidität kosten würde, sind unnötig: Die Karosseriefugen sind so schmal und die Schalter klicken so sämig wie eh und je.

Außen- und Innenmaße haben sich beim Modellwechsel nur marginal verändert. Der Q5 passt wie ein gut eingetragener Turnschuh, ist aber kein Raumwunder. So wirkt der Kofferraum subjektiv kleiner als die versprochenen 550 Liter, vor allem, weil das unter der Bodenplatte liegende Faltnotrad viel Platz raubt.

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Bequeme Sitze, niedriger Innengeräuschpegel und hoher Fahrkomfort prägen den Fahreindruck im mexikanischen Audi. Zum Komforterlebnis trägt ganz wesentlich das Luftfeder-Fahrwerk bei, das mit 1.950 Euro in der Aufpreisliste steht. Vor allem in der Einstellung Comfort bügelt es kurze Unebenheiten ebenso glatt wie lange Bodenwellen. Wem das zu betulich ist – kein Problem: Mit dem Drive-Select-Schalter lassen sich andere Fahrmodi ansteuern, die dem Audi eine deutlich sportlichere Charakteristik geben.

Zaubern kann jedoch auch Drive Select nicht, vor allem nicht bei einer Fahrzeugmasse von gemessenen 1.955 Kilogramm. Und so sorgt der Zweiliter-Diesel mit 140 kW/190 PS zwar für souveräne, aber nicht für sportliche Fahrleistungen – wobei man vielleicht auch einfach schon zu verwöhnt ist. Beim Anfahren fühlt der Fahrer die Masse jedenfalls wirken, was auch am leicht verzögerten Ansprechen des Doppelkupplungsgetriebes liegt.

Wie gut der Diesel allerdings mit dem schweren SUV harmoniert, zeigt sich am Verbrauch: Bei schneller Autobahnfahrt gibt sich der Allradler mit rund acht Litern auf 100 Kilometern zufrieden, bei ruhiger Fahrweise sind sechs Liter möglich. Um die Abgasreinigung kümmert sich ein SCR-Katalysator.

Verkehrszeichen nicht immer richtig erkannt

In Sachen Infotainment und Fahrerassistenz hat der Q5 beim Modellwechsel den größten Sprung gemacht, und selbstverständlich war der Testwagen mit allem ausgestattet, was die Aufpreisliste hergab: automatischer Notbremsassistent, adaptiver Tempomat, Stau-, Spurhalte- und Ausweichassistent und viele andere Systeme.

Allerdings funktionierte die Verkehrszeichenerkennung nicht zuverlässig, was den adaptiven Tempomaten manchmal die falsche Geschwindigkeit wählen lässt. Und 60 statt 80 km/h in Autobahnbaustellen mögen Trucker überhaupt nicht.

Trotzdem: Viel zu kritisieren gibt es nicht am Audi Q5. Eine fast schon klinisch reine Perfektion seiner Produkte ist ja das Markenzeichen des Ingolstädter Herstellers, und genau so wollen es die Kunden. Die sind offensichtlich auch bereit, die schmerzhafte Aufpreispolitik hinzunehmen. Der Listenpreis des 2.0 TDI Quattro mit 140 kW und DKG liegt bei 48.350 Euro. Der Testwagen kam schlussendlich auf über 70.000 Euro, wobei es schon kleinlich wirkt, dass der Regensensor 125 Euro kostet oder die Sitze trotz Aufpreis für Sportsitz (330 Euro), variable Kopfstützen (125 Euro) und Lendenwirbelstütze (265 Euro) immer noch nicht elektrisch verstellbar sind.

Wie das Team von Driven! Autowelt den Audi Q5 sieht, sehen Sie hier:

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group