Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg Austausch mit Saskia Esken im Autohaus

Von Julia Mauritz 3 min Lesedauer

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Der Landesverband sucht den Austausch mit Politikern, um auf die große Bedeutung des Kfz-Gewerbes aufmerksam zu machen. Jetzt gab es im Calwer Autohaus Weeber ein Treffen mit der SPD-Parteivorsitzenden Saskia Esken.

Austausch im Autohaus Weeber: (v. l.) Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer Kfz-Gewerbe BW, Inhalber Andreas Weeber, Daniela Steinrode, SPD-Kreisvorsitzende Calw, SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken, Michael Ziegler, Präsident Kfz-Gewerbe BW, Autohaus-Prokurist Ralf Salzberger und Jan Jochens, Geschäftsführer Waldbike.(Bild:  Newtmrrw)
Austausch im Autohaus Weeber: (v. l.) Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer Kfz-Gewerbe BW, Inhalber Andreas Weeber, Daniela Steinrode, SPD-Kreisvorsitzende Calw, SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken, Michael Ziegler, Präsident Kfz-Gewerbe BW, Autohaus-Prokurist Ralf Salzberger und Jan Jochens, Geschäftsführer Waldbike.
(Bild: Newtmrrw)

Erst im April hatte das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Ricarda Lang, für einen Austausch im Autohaus Burger Schloz gewinnen können. Jetzt folgte die Parteivorsitzende der SPD, Saskia Esken, der Einladung des Verbands. Dieses Mal fand der Dialog im Calwer Autohaus Weeber statt.

Erklärtes Ziel des Präsidenten des Landesverbands Baden-Württemberg, Michael Ziegler, ist es, am praktischen Beispiel darzustellen, „dass das Kfz-Gewerbe die größte Säule der Automobilwirtschaft in Deutschland ist, noch vor den Herstellern und den Zulieferern“. Ziegler machte dies an Zahlen fest: So beschäftige das Kfz-Gewerbe 480.000 Menschen und mache jährlich 207 Milliarden Euro Jahresumsatz. Damit beschäftige die mittelständisch geprägte Branche mehr Mitarbeiter als die Automobilindustrie. „Wir sind Stabilitätsanker und Mobilitätsmotor, der Beschäftigung und Zukunft sichert. Daran kommt man nicht vorbei“, unterstrich Michael Ziegler beim Austausch mit der SPD-Politikerin.

Saskia Esken informierte sich bei dem Besuch im Autohaus aus erster Hand, wie sich die Transformation der Automobilwirtschaft auf die Betriebe des Kfz-Gewerbes auswirkt: „Diese kleinen und mittelständischen Familienunternehmen stehen vor besonderen Herausforderungen, wenn es beispielsweise darum geht, die Qualifizierung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu organisieren, um sich auf Digitalisierung und Elektromobilität einzustellen“, so die Erkenntnis der SPD-Vorsitzenden. Dafür brauche es passende Rahmenbedingungen. Als Beispiel nannte Sakia Esken die Stärkung der Ausbildung, die schnellere Anerkennung von Qualifikationen von ausländischen Fachkräften und den Ausbau der Betreuungskapazitäten in der Kita.

Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer des Landesverbands, konkretisierte beim politischen Austausch die Anforderungen. Man benötige „mehr Wertschätzung für das Handwerk, Berufsorientierung mit Blick auch auf handwerkliche Berufe, gut ausgestattete Berufsschulen und kleinere Klassenteiler, die die wohnortnahe Beschulung auch im ländlichen Raum sicherstellen. Zudem genügend finanzielle Mittel, um die Bildungsakademien des Handwerks zukunftssicher und modern aufstellen zu können.“ Zugleich verwies Beuss Saskia Esken darauf, dass das Kfz-Gewerbe der größte Ausbilder im Land sei: „Allein in Baden-Württemberg bilden wir aktuell fast 10.000 junge Menschen in unseren attraktiven Kfz-Berufen aus“, so Carsten Beuß.

Unterschiedliche Ansichten zur Elektromobilität

Dass die Transformation kein Selbstläufer ist, sondern es insbesondere bei der Verbreitung der Elektromobilität noch gewaltig hakt, darin waren sich beim Austausch alle Parteien einig: „Ein durchschnittlicher Verbrenner kostet rund 35.000 Euro, ein batterieelektrischer Pkw über 50.000 Euro. Damit ist kein Massenmarkt zu schaffen“, machte Michael Ziegler das Kernproblem aus.

Saskia Esken zufolge müsse es gelingen, den Menschen die Angst vor der E-Mobilität zu nehmen. Wie das gelingen kann, darüber gab es beim Austausch im Autohaus durchaus unterschiedliche Ansichten. Saskia Esken möchte der Verunsicherung mit einem klaren Kurs der Bundesregierung und der EU in Richtung E-Mobilität entgegensteuern. „Wenn wir jetzt die Rahmenbedingungen verändern, schaffen wir noch mehr Unsicherheit“, machte sie mit Blick auf das viel diskutierte Verbrennerverbot klar. Michael Ziegler hingegen wies die Politikerin auf die weltweit große Bestandsflotte von Verbrennerfahrzeugen hin: „Wir werden faktisch nicht umhinkommen, mehr Technologieoffenheit zuzulassen.“ Da es in vielen Regionen der Welt auch in Jahrzehnten noch Verbrenner geben werde, gelte es auch diese Technologie weiterzuentwickeln und zu optimieren. „Gleichzeitig müssen wir aber auch die E-Mobilität durch eine bessere Ladeinfrastruktur und eine weitere Förderung im Übergangszeitraum bis 2026 voranbringen, bis es auch im Volumenmarkt günstigere E-Autos gibt“, so Michael Ziegler. Zudem brauche es in der Kommunikation mit den Verbrauchern mehr Ehrlichkeit, wenn es um die Klimabilanz von E-Autos gehe.

Dass die Branche durchaus bereit sei, in neue Geschäftsmodelle zu investieren, zeigte Autohausinhaber Andreas Weeber bei einem Rundgang durch seinen Betrieb. „Wir produzieren in Calw sehr erfolgreich E-Bikes und unterhalten inzwischen ein bundesweites Händlernetz“, erzählte der Unternehmer. Das Autogeschäft könne dieses neue Standbein aber nicht ersetzen. Hier liege auch in Zukunft der klare Schwerpunkt, betonte Andreas Weeber: „Klimaschutz beginnt mit der optimalen Wartung von Fahrzeugen. Nachhaltigkeit ist ein sehr wichtiges Argument, bei der das Auto fast nicht zu schlagen ist. In kaum einer anderen Branche sind Produkte so langlebig und werden so häufig repariert.“

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Michael Ziegler hofft derweil, dass das Kfz-Gewerbe künftig auch auf höchster politischer Ebene mehr Gehör findet. „Die Autogipfel beim Kanzler werden künftig hoffentlich durch das Kraftfahrzeuggewerbe bereichert“, sagte er in Calw.

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